Astronomen entdecken erdähnlichen Planeten

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Artikelstatus: Fertig 18:10, 25. Apr. 2007 (CEST)
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Künstlerische Darstellung des 2005 entdeckten Exoplaneten „OGLE-2005-BLG-390Lb“, NASA)

Genf (Schweiz), 25.04.2007 – Einen vielversprechenden Kandidaten bei der Suche nach außerirdischem Leben haben Astronomen aus dem Team um Stéphane Udry und Michel Mayor vom Genfer Observatorium aufgespürt. Mit Hilfe eines Teleskops des chilenischen La-Silla-Observatoriums entdeckten sie einen erdähnlichen Planeten, der den etwa 20 Lichtjahre von der Erde entfernten Roten Zwerg Gliese 581 im Sternbild Waage umkreist.

Der neuentdeckte Planet ist ungefähr anderthalb mal so groß und fünf mal so schwer wie die Erde. Für einen Umlauf um seine Sonne benötigt der vorläufig Gliese 581 c benannte Himmelskörper 13 Erdentage. Der Abstand zwischen dem neuentdeckten Planeten und seinem Mutterstern ist etwa 14-mal kleiner als der Abstand der Erde zur Sonne, andererseits ist aber Gliese 581 deutlich kleiner und kälter als unsere Sonne. Die Wissenschaftler vermuten deshalb, dass auf der Oberfläche des Planeten durchaus angenehme Temperaturen zwischen 0 und 40 Grad Celsius herrschen könnten. Damit besteht nach Ansicht der Wissenschaftler die Möglichkeit, dass es dort Wasser in flüssiger Form gibt. „Modellen zufolge sollte dieser Planet entweder felsig sein wie die Erde - oder von Ozeanen bedeckt“, sagte Udry. „Wasser ist entscheidend für Leben, wie wir es kennen“, betonte Xavier Delfosse, ein Mitglied des Wissenschaftlerteams von der Universität Grenoble. Hinweise auf das Vorhandensein von Wasser oder sogar von Leben auf dem Planeten gibt es bisher aber nicht.

Hinter allen Vermutungen über eine lebensfreundliche Umwelt auf dem Planeten gibt es aber noch gravierende Unsicherheiten. „Unsere Schätzungen über seine Größe und sein Gewicht beruhen auf Rechenmodellen anderer Forschergruppen“, sagt Udrys Kollege und Mitautor Thierry Forveille im Gespräch mit Spiegel online. Genaue Informationen über die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre eines Himmelskörpers kann man aber nur durch die direkte Beobachtung des Objektes aus seinem Lichtspektrum gewinnen. Dies ist jedoch mit den heute vorhandenen Instrumenten noch nicht möglich.

Auch ob die Temperaturen wirklich in dem vermuteten Bereich liegen, ist noch fraglich. Aufgrund des geringen Abstandes zwischen dem Zentralgestirn und dem Planeten könnte eine sogenannte „gebundene Rotation“ vorliegen, wie bei dem Mond der Erde. Dann wendet der masseärmere Himmelskörper dem massereicheren immer die gleiche Seite zu, auf der es dann wahrscheinlich glühend heiß wäre, während auf der anderen Seite eisige Kälte herrschte.

Der neuentdeckte Planet bei Gliese 581 ist der kleinste extrasolare Planet, der bisher aufgespürt werden konnte. In einer weiter innen liegenden Umlaufbahn wird der Rote Zwerg Gliese 581 von einem weiteren Planeten umkreist, den das gleiche Forscherteam vor zwei Jahren entdeckte. Dieser Planet ist etwa so groß wie Neptun und braucht für einem Umlauf nur 5,4 Erdentage. Die Forscher vermuten, dass es daneben weiter außen in diesem System noch einen dritten Planeten mit etwa achtfacher Erdmasse und einer Umlaufzeit von 84 Tagen geben könnte. Eine wissenschaftliche Beschreibung dieses Planetensystems soll im Fachjournal „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht werden.

Der erste extrasolare Planet wurde 1992 durch Michel Mayor vom Observatorium Genf entdeckt. Heute sind rund 200 derartige Objekte im Weltraum bekannt. Die meisten davon sind Gasriesen von der Größe des Jupiters.

Quellen