Angriffe auf UN-Konvois gefährden Hilfslieferungen in Darfur

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Veröffentlicht: 17:27, 8. Sep. 2008 (CEST)
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New York (Vereinigte Staaten), 08.09.2008 – Aufgrund zahlreicher Angriffe auf LKW-Konvois sieht sich das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) gezwungen, seine Hilfslieferung für die sudanesische Region Darfur teilweise einzustellen. Dies gab das WFP gestern bekannt.

Ein Transportflugzeug der UN mit Hilfsgütern im Sudan

Etwa drei Millionen Menschen werden derzeit mit in Darfur jeden Monat vom WFP mit Nahrungsmitteln versorgt. Immer wieder werden LKWs des WFP entführt. Nach Angaben des Welternährungsprogramms werden im Süden Darfurs bis zu 70 Fahrzeuge und 43 Fahrer noch vermisst. Seit Jahresbeginn sind mehr als 100 Fahrzeuge entführt worden, die Nahrungsmittel im Auftrag des WFP transportiert haben.

BBC News zitiert Rachid Jaafar, einen Sprecher des WFP, mit folgenden Worten: „Es ist zu gefährlich für unsere Fahrer, ihre Arbeit fortzusetzen.“ Weiter sagte der Sprecher, dass die 10.000 Soldaten, die sich im Rahmen einer gemeinsamen Mission der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union in Darfur aufhielten, die Sicherheit der humanitären Hilfsleistungen nicht gewährleisten könnten.

Ende August hatte die deutsche Nichtregierungsorganisation „German Agro Action“ (GAA) ihre Arbeit im Norden Darfurs aufgrund der schwierigen Sicherheitslage eingestellt. Das WFP musste seine Leistungen in der Krisenregion reduzieren. Nach UN-Angaben konnten beispielsweise im Juli dieses Jahres wegen der Angriffe auf die Konvois etwa 50.000 Menschen nicht mit den notwendigen Hilfsgütern erreicht werden. In der Region herrscht seit mehr als fünf Jahren Krieg. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen starben dabei etwa 300.000 Menschen.

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Quellen