Amoklauf nach Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofes

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Artikelstatus: Fertig 19:32, 27. Mai 2006 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 27.05.2006 – Nach der Eröffnung des neuen Berliner Hauptbahnhofs am Regierungsviertel gestern Abend hat ein Amokläufer kurz vor Mitternacht ein Blutbad angerichtet. Ein 16-Jähriger verletzte 28 Menschen mit einem Messer, sechs davon schwer. Währenddessen befanden sich insgesamt rund 300.000 Menschen auf dem Heimweg von der Eröffnungsfeier. 100 Polizisten wurden eingesetzt, die das betroffene Gebiet zwischen dem Reichstag und einem Krankenhaus im Regierungsviertel absperrten.

Der mutmaßliche Täter, der aus Berlin-Neukölln stammt, wurde nach der Tat festgenommen. Ein Motiv wurde in den Meldungen nach Mittag noch nicht genannt. Der Tatverdächtige ist polizeilich bekannt, gegen ihn wurde in der Vergangenheit einmal wegen Körperverletzung ermittelt. Nun kümmert sich die Mordkommission um den Fall.

Der Bahnhof wurde am gestrigen frühen Abend nach rund elf Jahren Bauzeit und mindestens 700 Millionen Euro Baukosten eröffnet. Die Eröffnung nahmen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bahnchef Hartmut Mehdorn mit einem symbolischen Knopfdruck vor. Um 18:04 Uhr lief der erste Zug aus Leipzig kommend ein. Am Sonntag läuft der reguläre Fahrbetrieb an.

Einer der ersten Menschen, die durch den 16-Jährigen niedergestochen wurden, ist laut Polizei-Angaben mit HIV infiziert. Es sei daher nicht auszuschließen, dass sich andere Opfer angesteckt haben. Alle Opfer mit Schnittwunden sollen sich in den Notaufnahmen der Charité oder des Virchow-Klinikums melden, um eine ärztliche Untersuchung zu ermöglichen.

Quellen