3500 demonstrieren in Bern zum Flüchtlingstag

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Veröffentlicht: 20:08, 17. Jun. 2007 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.
Plakat mit Demonstrationsaufruf

Bern (Schweiz), 17.06.2007 – Anlässlich des nationalen Flüchtlingstags haben in der schweizerischen Hauptstadt Bern etwa 3.500 Personen für die Rechte von Flüchtlingen und Migranten demonstriert. Die Kundgebung stand unter dem Motto „Stopp Ausgrenzung“.

Seit 2005 findet jährlich am Samstag vor dem Weltflüchtlingstag – dem 20. Juni – in Bern eine Kundgebung „Wir sind die Schweiz“ statt, die auf die Anliegen von Flüchtlingen, Asylsuchenden und Sans-Papiers aufmerksam macht und sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Verschärfungen im Asyl- und Ausländerrecht wendet. 2005 hatten 8.000 Menschen an der Demonstration teilgenommen. Zur Demonstration von 2006 waren – vor dem Hintergrund der Mobilisierung für eine Volksabstimmung am 24. September desselben Jahres, an der Verschärfungen des Asyl- und Ausländergesetzes zur Wahl standen und schließlich von einer deutlichen Mehrheit der Abstimmenden angenommen wurden – 11.000 Teilnehmer gekommen.

Dieses Jahr riefen fast 100 Organisationen (Parteien, Gewerkschaften, migrationspolitische Gruppierungen und weitere nichtstaatliche Organisationen wie Attac) zur Demonstration auf. Als Redner traten zu Beginn der Historiker und Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus Georg Kreis, eine asylpolitische Aktivistin aus dem Kanton Waadt sowie eine Sans-Papiers mexikanischer Herkunft auf.

Demonstrationsumzug in der Berner Innenstadt

Georg Kreis warnte vor fremdenfeindlichen und rassistischen Tendenzen und vor „Stimmungsmache“ gegen Flüchtlinge und sonstige Ausländer in der Politik: „Aus den Flüchtlingen ist ein Bedrohungsbild geschaffen worden, das unsere Gedanken und Gefühle negativ zu beherrschen und zu steuern versucht. Dies mit der Konsequenz, dass vielen zuerst die falschen Dinge in den Sinn kommen, wenn sie bestimmte Wörter hören: Ist von Ausländern die Rede, denken viele nicht zuerst an Zugewinn, sondern an Belastung. Ist von Flüchtlingen die Rede, denken viele nicht zuerst an Bedürftigkeit, sondern an Missbrauch (...)“

Die Vertreterin der Coordination Asile Vaud (Asyl-Koordination Waadt) rief dazu auf, sich nicht entmutigen zu lassen und den Einsatz für die thematisierten Anliegen fortzusetzen. Die Kundgebung selbst verlief friedlich durch die Berner Innenstadt und endete mit einem Konzert des Rappers Greis und von Modo.

Parallel zur Demonstration gab es vor dem Bundeshaus einen „Solidaritätsmarkt“. Weitere Aktivitäten zum Flüchtlingstag finden in über 200 Schweizer Gemeinden statt.

Quellen