Vertrauliche Unterlagen beim Sozialamt verwechselt

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Veröffentlicht: 17:10, 18. Sep. 2008 (CEST)
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Münster (Deutschland), 18.09.2008 – Beim Sozialamt Münster kam es zu einem Vorfall, bei dem vertrauliche Unterlagen in nicht für sie bestimmte Hände gelangt sind. Dem Chef des Sozialamts, Michael Willamowski, ist die Sache außerordentlich peinlich. Er wird sich laut eigener Ankündigung bei allen Beteiligten persönlich entschuldigen. Christoph Gorschlüter hatte seine medizinischen Akten vom Sozialamt angefordert und nach längerer Wartezeit auch welche erhalten, die allerdings nicht von ihm stammten. „Reine Schlamperei“, empört sich Gorschlüter über den Vorfall. Datenschutz sei schließlich gerade ein aktuelles Thema. „Da frage ich mich schon, was passiert mit meinen eigenen Daten?“

Gorschlüter hat bereits die Landesdatenschutzbeauftragte von NRW informiert und bekam von dort aus Rückendeckung. Die Weitergabe fremder Informationen sei natürlich nicht rechtens. Gorschlüter wurde gebeten, die entsprechenden Unterlagen an die Datenschutzzentrale weiterzuleiten, um „der zuständigen Behörde auf die Finger zu klopfen“. Insbesondere interessant sei der Fall, da diese Aufgabe früher von den im Januar dieses Jahres aufgelösten Landesämtern bearbeitet worden wäre.

„45.000 laufende Vorgänge – mit medizinischen Unterlagen in diesem Umfang hatten wir vorher nie zu tun“, sagt Willamowski dazu. Die Strukturen der beiden fusionierten Ämter seien nicht immer leicht unter einen Hut zu bringen. Die Bearbeitungszeiten seien zurzeit nicht zufriedenstellend. Mittlerweile sei auch klar, wie der Fall zustande kam: Die beiden Krankenberichte seien von der Klinik in einem Umschlag verschickt worden. Das Sozialamt habe danach versäumt, die Unterlagen zu trennen.

Quellen