Tschechien: Buchmesse-Gastland 2019 stellte sich vor

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Veröffentlicht: 23:42, 18. Mär. 2018 (CET)
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Ilja Šmíd, Kulturminister der Tschechischen Republik, mit WikiNews Interviewer Wolfgang G. Wettach und seiner Pressesprecherin Simona Cigánková

Leipzig (Deutschland), 18.03.2018 – Tschechien, Gastland der Leipziger Buchmesse 2019, will im nächsten Jahr nicht nur auf der Buchmesse selbst Präsenz zeigen, sondern vom Oktober 2018 bis zum Oktober 2019 auf zahlreichen Veranstaltungen dafür werben, in die "See aus Büchern" einzutauchen, die Tschechien zu bieten hat. Als Motto des Gastauftritts wurde darum "Ahoj Leipzig" gewählt, was auch im Tschechischen ein maritimer Gruß ist.

Mit der Leipziger Buchmesse in der Mitte soll es also ein Tschechisches Kulturjahr von Herbst bis Herbst geben, welches Auftritte tschechischer Autoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorsieht. Darüber hinaus sind Konzerte, Ausstellungen, Filmprogramme und ein Opern-Gastspiel des Nationaltheaters Brünn in Leipzig geplant.

Den Schwerpunkt bildet die breite Präsentation tschechischer Autoren und ihrer deutschen Übersetzungen, mit einer Würdigung zeitgeschichtlich wichtiger Personen wie dem Schriftsteller Pavel Kohout, der in diesem Herbst vor 50 Jahren Wortführer des Prager Frühlings war oder dem Autor und späteren Staatspräsidenten Václav Havel, Mitinitiator der Bürgerrechtsbewegung Charta 77, welche die Grundlagen der friedlichen Wende in Tschechien 1989 legte. Neue Förderprogramme für Übersetzungen und für literarischen Austausch sollen darüber hinaus aufgelegt werden, um unbekannteren Werken und Autoren Bekanntheit im deutschsprachigen Gebiet zu verschaffen.

Der Kulturminister der Tschechischen Republik, Ilja Šmíd, erklärte bei der Vorstellung Tschechiens als Gastland am Donnerstag 16.03.2018 das Motto des Programms folgendermaßen: "Ahoj Leipzig!, unser Motto für den Gastlandauftritt bei der Leipziger Buchmesse 2019, ist mit Bedacht gewählt, assoziiert es doch in Tschechien wie in Deutschland einen maritimen Gruß. 'Böhmen am Meer', das ist ein altes bis auf Shakespeares 'Wintermärchen' zurückgehendes Motiv, das einen utopischen Idealzustand beschreibt. Tatsächlich liegt Tschechien vom Meer weit entfernt, und daher ist das Meer unser dauerhafter Sehnsuchtsort. Ein Ort, zu dem wir gerne aufbrechen, natürlich mit Büchern in der Hand, so dass es in Tschechien stattdessen ein 'Meer an Büchern' gibt. Kommen Sie mit an Bord und segeln Sie mit uns durch das tiefe Meer der tschechischen Literatur!" Zuversichtlich äußerte sich Šmíd, dessen Vorgänger Daniel Herman das Gastlandabkommen vor zwei Jahren unterzeichnet hatte, über die Regierungsbildung. Er gehe davon aus, dass diese Regierung die vollen vier Jahre gestalten können werde.

Gefragt nach einer persönlichen Empfehlung, welches eine Buch er zum Kennenlernen der Tschechischen Kultur im Vorfeld des Kulturjahrs empfehlen würde, nannte der gelernte Musikwissenschaftler die Biographie des vor 90 Jahren gestorbenen tschechischen Komponisten Leoš Janáček. Exemplarisch vermittele diese Kultur und Geschichte Tschechiens.


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Quellen[Bearbeiten]

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