Sturzfluten nach Staudammbruch in Indonesien

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Veröffentlicht: 14:53, 30. Mär. 2009 (CEST)
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Jakarta (Indonesien), 30.03.2009 – Nach sintflutartigen Regenfällen ist am vergangenen Freitag, den 27. März in Indonesien ein aus Erdreich bestehender Staudamm gebrochen. Gegen zwei Uhr nachts strömte eine Sturzflut in Jakartas slum-artigen Vorort Cirendeu und es kam zu zahlreichen Todesopfern. Viele Menschen wurden obdachlos. Medienberichten zufolge war der Damm aus Geldmangel unzureichend gewartet worden.

Der in der Kolonialzeit 1933 errichtete 15 Meter hohe Situ-Gintung-Damm, der die Wassermassen des Stausees mit einem Fassungsvermögen von 200 Kubikmetern Wasser von der Stadt abhalten sollte, ist im Gebiet von Tangerang offenbar von innen heraus unterspült worden.

In den Slums der Stadt sollen die Behausungen durch die Wassermassen einfach fortgespült worden sein, anderswo gaben die Häuser unter dem Druck der Flutwelle einfach nach und fielen wie Kartenhäuser in sich zusammen. Nach Angaben der Rettungskräfte werden noch mindestens 109 Menschen vermisst, 400 Häuser sollen zerstört worden sein. Nach Angaben des Katastrophenschutzes tragen mehrere Personen in dem Gebiet dieselben Namen. Somit sei die tatsächlich zutreffende Anzahl sehr schwer festzustellen. Die Opferzahlen stiegen in den letzten Tagen immer weiter an. Die neuesten Meldungen gehen von 98 geborgenen Leichen aus, mindestens 115 weitere Menschen werden AFP zufolge noch vermisst. Inzwischen wird befürchtet, dass die Zahl der Toten noch auf über 200 steigen wird.

Heute Morgen wurden umfangreiche Rettungsaktionen gestartet. 400 Rettungskräfte, unterstützt von 1.000 Polizisten und Militärangehörigen, sind Behördenangaben zufolge im Einsatz.

Gegen die Behörden werden unterdessen immer schärfere Vorwürfe laut: Diese hätten zu langsam reagiert und die Instandsetzungsarbeiten verzögert. Außerdem hätte man versäumt, ein Warnsystem zu installieren. Angeblich wegen Geldnot habe man die fälligen Sanierungsarbeiten bekannter Risse am Bauwerk verhindert.

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Quellen