Stromchaos: RWE war schon lange über Mängel informiert

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Artikelstatus: Fertig 23:37, 4. Dez. 2005 (CET)
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RWE-Zentrale

Frankfurt am Main (Deutschland), 03.12.2005 – Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtete, hat der Energieversorger RWE schon lange von gravierenden Mängeln in seinem Stromnetz gewusst. Dies sei der Grund gewesen, warum das Stromchaos Ende November in Nordrhein-Westfalen derart heftig ausgefallen ist.

Wie „Spiegel“ unter Berufung auf RWE-interne Unterlagen berichtet, waren bis zu 60 Prozent aller Hochspannungsmasten von einem Materialfehler betroffen. Außerdem hielten viele Masten nicht einmal 40 Prozent der normalen Zuglast stand. Den Unterlagen, die dem Magazin vorlägen, sei weiterhin zu entnehmen, dass der Konzern bereits den schlimmsten Verlauf eines Unfalls mit den Hochspannungsmasten beschrieben hätte. Nach dem Dokument hätte der Konzern bereits seit 2003 gewusst, dass es bei extremen Wetterlagen zu „flächenhaften Mastumbrüchen“ kommen könne. Auch Personenschäden wurden dabei miteinkalkuliert.

Grund für die Mängel sei der zum Bau der Masten verwendete Stahl, welcher mit der Zeit spröde werde. Dieses Problem sei der Konzernleitung bereits seit knapp fünf Jahren bekannt. RWE hat diese Gefahr bis heute nicht dargelegt. Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur „Reuters“ versichert ein Unternehmenssprecher aber, dass die entsprechenden Strommasten im RWE-Versorgungsgebiet alle bis 2015 saniert würden.

Von dem Stromausfall Ende November waren zeitweise bis zu 250.000 Menschen betroffen. Es war der schwerste Stromausfall in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Nach ersten Schätzungen der Industrie- und Handelskammer München liegt der verursachte Schaden bei über 100 Millionen Euro.

Quellen