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Stromausfall am 4. November: Ursache war menschliches Versagen

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Artikelstatus: Fertig 21:55, 15. Nov. 2006 (CET)
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Hamburg (Deutschland), 15.11.2006 – Der Energiekonzern E.ON hat jetzt den angekündigten Bericht an die Bundesnetzagentur in Bonn zu dem europaweiten Stromausfall am 4. November dieses Jahres vorgelegt. Demnach waren nicht technische Mängel, sondern Fehlentscheidungen von Mitarbeitern in der E.ON-Zentrale Ursache für den Stromausfall.

Wegen der Durchfahrt des Kreuzfahrtschiffes „Norwegian Pearl“ hatte der Kraftwerksbetreiber um 21:38 Uhr eine Höchstspannungsleitung über die Ems abgeschaltet. Die Abschaltung führte zunächst zur Überlastung einer benachbarten Höchstspannungsleitung, die das Netz von E.ON mit dem von RWE verbindet. Eine 25-prozentige Überlastung einer solchen Stromleitung liegt jedoch innerhalb der Toleranzgrenze. Voraussetzung für einen störungsfreien Betrieb in einer solchen Überlastungssituation ist jedoch die Aktivierung entsprechender Schutzvorrichtungen auf beiden Seiten. Den verantwortlichen Ingenieuren war jedoch nicht bekannt, dass die entsprechenden Schutzvorrichtungen auf der RWE-Seite des Netzübergangs nicht aktiviert waren. Danach trafen bestimmte Warnmeldungen in der E.ON-Leitzentrale ein, die jedoch ignoriert wurden. Man ging davon aus, dass eine gewisse Netzüberlastung normal sei. In dem Bericht heißt es dann, die Mitarbeiter hätten in dieser Situation bestimmte Simulationsrechnungen durchführen müssen, was sie jedoch nicht taten. Nachdem sich die Situation kritisch entwickelte, griffen die Ingenieure schließlich ein. In der Hektik unterließen sie jedoch wieder eine vorherige Simulation ihrer geplanten Umschaltungen. Daher bewirkten ihre getroffenen Maßnahmen das Gegenteil der angestrebten Netzentlastung. Statt einer Entlastung des Netzes, führten die getroffenen Maßnahmen zu einem drastischen Anstieg der Netzleistung. Wie der Bericht ausweist, hätten entsprechende Simulationsrechnungen ergeben, dass die getroffenen Maßnahmen falsch waren. Die Folge waren Netzausfälle durch automatische Notabschaltungen in mehreren europäischen Ländern. Zehn Millionen Menschen waren betroffen.

Den Vorwurf führender Politiker, die Stromerzeuger investierten nicht genug in Wartung und Ausbau ihrer Netze, wies E.ON zurück. Nach dem Bericht können unzureichende Wartung und zu geringe Investitionen als Ursache des Blackouts ausgeschlossen werden.

Auch nach der Vorlage des Berichts bleiben noch Unklarheiten bestehen. Darauf wies Klaus-Dieter Maubach von „E.ON Energie“ hin. Welche Ursachen zu einer „unerwarteten Veränderung der Stromflüsse im Netz“ geführt hatten, könne nur im europäischen Kontext geklärt werden. Es habe sich an diesem Abend „ein starker Stromfluss aus nordöstlicher in südwestlicher Richtung“ aufgebaut.

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Quellen