Reisewarnung für Thailand wegen Bürgerkriegs

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Veröffentlicht: 18:28, 20. Mai 2010 (CEST)
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Bangkok (Thailand), 20.05.2010 – Teile der Stadt brennen. Thailändische Rothemden der verbotenen Protest-Partei UDD und das thailändische Militär liefern sich Straßenschlachten. „Die Lage kommt einem Bürgerkrieg immer näher“, hatte am 15. Mai Jatuporn Prompan, einer der Anführer der Proteste, folgerichtig vorhergesagt: Die Regierungsgegner seien bereit, die Kämpfe unvermindert fortzusetzen. Zunächst wurden Demonstranten beschossen und angegriffen. Die seit Jahren schwelenden Unruhen kommen in der Region nur temporär zur Ruhe, branden dann aber umso heftiger wieder auf. Immer wieder werden Zivilisten und vor allem Touristen angegriffen, was zuletzt vor einiger Zeit in der Erstürmung von Hotels durch die Aufständischen gipfelte. Es soll bereits am Freitag, dem 14. Mai 2010, zu Explosionen gekommen sein. Fahrzeuge der Polizei wurden durch Demonstranten in Brand gesteckt. Demonstranten hatten sich Mittwoch hinter Stapeln von teils brennenden Autoreifen verbarrikadiert. Ausgelöst wurden die neuerlichen Unruhen durch den Tod eines Demonstranten, der im Zuge gewalttätiger Auseinandersetzungen mit der Polizei zum Opfer wurde. Nachdem die Rothemden zur Aufgabe gezwungen worden waren, herrscht gespannte Ruhe.

Teile der Stadt wurden durch die Armee des Landes bereits am 12. Mai zur Sperrzone erklärt; dort wird seitdem scharf geschossen. Die englischsprachige, in Bangkok erscheinende Bangkok Post sprach am 13. Mai bereits von 22 Toten und 172 Verletzten seit Donnerstag dieser Woche durch die Auseinandersetzungen, die deutschsprachige Zeitung die Zeit korrigiere diese Zahlen auf 25 Tote und rund 200 Verletzte (am 16. Mai) nach oben. Thailändisches Militär hat das Geschäftsviertel der Stadt vollständig abgeriegelt. Verschärft wird die Lage durch den Tod eines Oppositionellen, der im Kugelhagel gefallen sein soll. Den 5.000 bis 8.000 Demonstranten der Partei der "Vereinigten Front für Demokratie gegen Diktatur" (UDD), im Volksmund "Rothemden" genannt, war ein Ultimatum gestellt worden, welches Montagnachmittag 15:00 Uhr (Ortszeit) ungenutzt verstrich. Wie inzwischen bekannt, wurde das Ultimatum ungestimmt verlängert, nachdem der Regierugn ein Formfehler unterlaufen sei. Schwarze Rauchschwaden steigen ataatedessen über dem „Lumpini Park“ auf. Nachdem in der Nacht von Sonntag auf Montag eine Granate im 14. Stock des [Hotels] „Dusit Tani“ einschlug, wurden Hotels und Tourismuszentren evakuiert. Alle Botschaften wurden ebenfalls evakuiert oder bleiben geschlossen, über dem Stadtgebiet in der "Roten Zone" kreisen die Hubshrauber - die einer Geisterstädt ähnelt. Rauchschwaden steigen über dem Stadtzentum auf. Mehr als 60 Tote und rund 2.000 Verletzte sollen seit Beginn der Kämpfe vor rund zwei Monaten zu beklagen gewesen sein. (Stand: 17. Mai 2010)
Seit diesem Zeitpunkt hat auch die Hochbahn im Zentrum der Stadt den Betrieb eingestellt. Dort ist jetzt Kriegsschauplatz. Die Armee überrollte am 19. Mai Straßensperren mit Panzern, als Rache zündeten die Freischerler mehrere Einkaufszentren, Hochhäuser und ähnliches an. Dass die Straßen fast menschenleer waren läge an einer Ausgangssperre. Auch nach erfolgreicher Überwältigung der Demonstranten bleibt diese weitere zwei Tage bestehen, verlautbart das Auswärtige Amt.

Das Auswärtige Amt in Berlin hat daher eine bereits abgelaufene Reisewarnung vom 16. Mai 2010 erneuert, abermals ausgeweitet und rät von Thailand-Reisen in nunmehr mehreren Regionen des Landes bis auf weiteres dringend ab. Durch das Notstandsrecht bestehe in diesen Regionen Lebensgefahr. Auch bleibe die Grenze nach Kambodscha bis auf Weiteres Militärisches Sperrgebiet. Auch ins Grenzgebiet zu Myanmar sollten Reisen vermieden werden. Diese Reisewarnung besteht bis auf weiteres fort. Seit dem 19. Mai rät das Auswärtige Amt von Reisen nach Bangkok dringend ab, siehe aktualisierte Reisewarnung vom 19.05.2010. Zudem wird auch auf die bestehende, amtliche Ausgangssperre in der Nacht vom 19. auf den 20. Mai hingewiesen. Am 20. Mai wurde sie auf den 22. Mai verlängert. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie zwischen 23:00 Uhr und 05:00 Uhr entgegen ersten Meldungen auch für Fahrten zwischen Flughafen und Innenstadt bestehe. Rechtliche Folge: Wegen der Reisewarnung des auswärtigen Amtes besteht grundsätzlich ein Sonderkündigungsrecht von Reiseverträgen. Das bedeutet: Reisende, die Flüge zu diesen Zielen gebucht hatten, können kostenlos auf ein anderes Ziel umbuchen oder von ihrem Reiserücktrittsrecht Gebrauch machen. Dabei dürfen Veranstalter und Reisegebüros keine Umbuchungs- oder Stornogebühren verlangen.

Nicht nur deutsche Fluglinien stornierten kurz nach Bekanntwerden der Ereignisse die Flüge in die thailändische Hauptstadt, da sie um ihre eigene Sicherheit und die ihrer Passagiere fürchteten. Der Reiseveranstalter TUI sagte Reisen in die Region Bangkok ab. Der Konzern reagiert damit auf die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Die meisten anderen Ziele innerhalb des Landes, für die keine Reisewarnung besteht, und Zwischenlandungen zu anderen Staaten sind nicht betroffen. Der Internationale Flughafen von Bangkok bleibt „nur für Transitflüge“ weiter geöffnet.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Politische Krise in Thailand seit 2008“.

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Quellen