Porsche will seine Anteile bei VW auf über 30 Prozent aufstocken

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Artikelstatus: Fertig 19:53, 24. Mär. 2007 (CET)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Stuttgart (Deutschland), 24.03.2007 – Im Vorgriff auf die erwartete Abschaffung des VW-Gesetzes will der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche seine Anteile an der Volkswagen AG von gegenwärtig 27,3 Prozent auf bis zu 31 Prozent der Stammaktien erhöhen. Einen entsprechenden Beschluss fasste heute der Aufsichtsrat der Porsche AG auf einer außerordentlichen Sitzung. Das so genannte VW-Gesetz beschränkt bisher die Stimmrechte von Anteilseignern auf höchstens 20 Prozent.

Wie es in der Pressemitteilung weiter heißt, beabsichtigt der Vorstand des Unternehmens „diese Ermächtigung kurzfristig auszunutzen“. Das heißt, ab Montag soll allen VW-Aktionären ein entsprechendes Pflichtangebot gemacht werden. Das Pflichtangebot wird nach dem deutschen Aktiengesetz notwendig, weil die Beteiligung von Porsche an VW auf über 30 Prozent steigt. Porsche besitzt noch eine Option zum Kauf von bis zu 3,7 Prozent der Stammaktien, deren Wahrnehmung Porsche etwa eine Milliarde Euro kosten wird. Den Aktionären soll angeboten werden, die von ihnen gehaltenen Stammaktien zum gesetzlichen Mindestpreis von 100,92 Euro zu veräußern. Bei Börsenschluss am Freitag betrug der aktuelle Wert der VW-Stammaktien jedoch 117,70 Euro. Übernahmespekulationen hatten den Kurs der Aktie zeitweilig auf 119,18 Euro hochschnellen lassen. Das geplante Kaufangebot ist daher unter taktischen Gesichtspunkten zu bewerten, wie „Die Welt“ in ihrer Onlineausgabe schreibt. Das unattraktive Übernahmeangebot erlaubt es dem Sportwagenhersteller – laut Aktiengesetz – künftig weitere VW-Aktien zu erwerben, ohne dies vorher öffentlich ankündigen zu müssen. Porsche könnte auf diese Weise bis zu 50 Prozent der VW-Anteile übernehmen. Gegenwärtig ist jedoch eine solche Übernahme nicht geplant. Wie ein Konzernsprecher wissen ließ, verfolgt Porsche die Absicherung des weiteren Einflusses auf den Wolfsburger Autobauer: „Wir behalten mit dieser Aktion das Heft des Handelns in der Hand.“

Nach der Vorlage eines Rechtsgutachtens durch den Generalanwalt beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) – Wikinews berichtete – geht der Aufsichtsrat der Porsche AG davon aus, dass das Gesetz fallen wird. Porsche verspricht sich von der Aufstockung seiner Aktienanteile an VW Vorteile für beide Unternehmen, die auf eine Erfolgsgeschichte vieler gemeinsamer Entwicklungen zurück blicken könnten. Dies gelte „insbesondere vor dem Hintergrund des Rationalisierungs- und Konsolidierungsdrucks in der weltweiten Automobilindustrie aufgrund des zunehmenden internationalen Wettbewerbs, vor allem durch die aufstrebenden Automobilnationen Japan, China (inzwischen zweitgrößter Automobilproduzent der Welt), Indien, Malaysia, Russland und andere“.

Das Land Niedersachsen, das etwa 20 Prozent der VW-Anteile hält, begrüßt das Engagement von Porsche zwar einerseits, will nach den Worten seines Ministerpräsidenten, Christian Wulff (CDU), aber Hauptaktionär von VW bleiben. Das Pflichtangebot von Porsche will das Land ablehnen.

Themenverwandte Artikel

Quellen