Panama: Oberster Gerichtshof bestätigt Strafe gegen Coca-Cola

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Artikelstatus: Fertig 18:46, 30. Mrz. 2006 (CEST)
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Lage von Panama

Panama-Stadt (Panama), 30.03.2006 – Der Oberste Gerichtshof von Panama hat am 28. März eine Strafe gegen den Coca-Cola-Konzern in Panama bestätigt. Das Gericht gab bekannt, dass eine von der nationalen Umweltbehörde ANAM im Jahr 2003 verhängte Strafzahlung in Höhe von 300.000 US-Dollar wegen Umweltverschmutzung nicht illegal sei. Eine Anwaltskanzlei hatte im Auftrag von Coca-Cola Panama eine Überprüfung der Strafe durch den Obersten Gerichtshof beantragt. Coca-Cola muss zusätzlich zur Strafzahlung für die Folgeschäden der Verunreinigung aufkommen. Der Gerichtshof war der Meinung, dass es den Anwälten bei der Klage gegen die Strafe darum gehe, das Ausmaß der Verunreinigung zu bestreiten.

Dem Erfrischungsgetränkehersteller wird vorgeworfen, im Jahr 2003 die Bucht von Panama mit Färbemitteln verschmutzt zu haben, wodurch in der Folge auch die Schlucht von Vista Hermosa verschmutzt wurde. Im Umweltbericht der Firma Coca-Cola für das Jahr 2003 wird die Verunreinigung der Bucht als Unfall bezeichnet. Laut Umweltbericht von Coca-Cola entsorgte der panamaische Abfüller von Coca-Cola im Mai 2003 mehr als 1.000 Gallonen (3.800 Liter) hochkonzentrierte Flüssigkeit in einen Kanal, der in den Matasnillo-Fluss mündet. Der Fluss Matasnillo fließt in die Bucht von Panama, die durch die Färbemittel für 24 Stunden rötlich-pink gefärbt wurde. Nach Angaben des Coca-Cola-Konzerns hat der Abfüller beteuert, sich an die Umweltstandards von Coca-Cola gehalten zu haben. Der Abfüllbetrieb habe, so der Mutterkonzern, Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen, um einen ähnlichen Vorfall in Zukunft zu vermeiden. So gebe es nun neue Regeln für die Entsorgung flüssiger Abfälle. Die Mitarbeiter des panamaischen Abfüllers würden gemäß dieser Regeln ausgebildet. Coca-Cola Panama hatte im Jahr 2003 die Verantwortung für die Verschmutzung der Bucht übernommen, die die Bevölkerung Panamas beunruhigt hatte. Auch vom benachbarten Costa Rica war damals eine Erklärung für die Verunreinigung der Bucht gefordert worden. Nach Angaben des Umweltexperten Bolivar Perez hatte die Verunreinigung der Bucht keine negativen Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt in der Bucht. Untersuchungen der Nationalen Umweltbehörde zufolge wurde die Verunreinigung der Bucht durch Fahrlässigkeit und mangelnde Kontrollen verursacht. Die Nationale Umweltbehörde Panamas vertrat auch die Meinung, dass die ausgelaufene Flüssigkeit einen erheblichen Einfluss auf das Ökosystem der Bucht gehabt hat.

Quellen