Operation Susi: Bundesweite Razzia gegen Kinderpornografie

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Veröffentlicht: 10:42, 24. Jan. 2009 (CET)
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24.01.2009 – Im Rahmen der Operation Susi hat die Polizei nach Angaben der Bild-Zeitung am 20. Januar 2009 bundesweit 470 Wohnungen durchsucht. Dabei wurde nach Filmen und Fotos mit kinderpornografischem Inhalt gefahndet. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Durchsuchungen, wollte jedoch zunächst aus ermittlungstaktischen Gründen keine Einzelheiten nennen.

Die Ermittlungen gegen einen 33-Jährigen brachten die Fahnder auf die Spur der bislang größten Tauschbörse für Kinderpornografie. Dieser hatte kinderpornografische Fotos via Mobiltelefon getauscht, so die Bild-Zeitung. Wie die Kriminalpolizei in Homberg/Efze mitteilte, soll der aus einem der Polizei nicht bekannten Ort aus dem Schwalm-Eder-Kreis stammende Mann angeblich MMS an fast 500 Empfänger gesendet haben, die ermittelt werden konnten.

Umfangreiches Material wurde in den 465 Wohnungen in allen Bundesländern bei der großangelegten Razzia sichergestellt und muss über wahrscheinlich mehrere Monate noch ausgewertet werden. Die meisten zumeist männlichen Verdächtigen im Alter von 20 bis 83 Jahren kämen laut dem zuständigen Leiter Klaus Quanz (Kassel) aus Nordrhein-Westfalen (85 Fälle), Bayern (76), Niedersachsen (56) und Rheinland-Pfalz (27) heißt es weiter. Festnahmen seien nicht zu verzeichnen. Personen des öffentlichen Lebens seien nicht betroffen, betonte Klaus Quanz, der Leiter der „Operation Susi“.

Die Verdächtigen hätten zumindest Multimedia Messaging Services (Videos und Bilder) empfangen, zum Teil sogar an weitere Empfänger weitergeleitet.

Allerdings sei möglicherweise Beweismaterial vernichtet worden, nachdem ein internes Dokument, welches die Polizei im Vertrauen zur Verfügung gestellt war, rücksichtslos unter Mißachtung der Weisung zur Verschwiegenheit über die Presse der Öffentlichkeit publik gemacht worden war. Dadurch seien Täter vorgewarnt gewesen, äußerte sich der Chef der Kriminalpolizei Homberg/Efze, Achim Kaiser.

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Quellen