Nierenspender-Show war inszeniert

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Artikelstatus: Fertig 20:10, 3. Jun. 2007 (CEST)
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Amsterdam (Niederlande), 03.06.2007 – Die umstrittene Fernsehsendung De Grote Donor Show des niederländischen Senders BNN war nur eine Inszenierung. Nachdem die Show angekündigt worden war, wurde international darüber berichtet und emotional und kontrovers diskutiert.

Am Ende der Sendung, als sich die angeblich todkranke „Lisa“, bei der es sich in Wirklichkeit um eine Schauspielerin handelte, entscheiden sollte, welcher Kandidat ihre Niere erhalten würde, ließ Moderator Patrick Lodiers die Bombe platzen. „Wir werden hier keine Niere vergeben, das geht selbst uns zu weit“, so der Moderator. Mit der Show sollte sowohl Aufmerksamkeit darauf gelenkt werden, dass jährlich hunderte Menschen sterben, weil ihnen eine Spenderniere fehlt, als auch auf die Schicksale der drei Kandidaten. Die Kandidaten, die wirklich auf eine Niere warten, waren im Vorfeld darüber informiert worden, dass die Sendung nur fingiert sei. BNN-Gründer Bart de Graaff hatte bis zu seinem Tod vor fünf Jahren selbst jahrelang vergeblich auf eine Spenderniere gehofft.

BNN-Vorsitzender Laurens Drillich berichtete: „Wir wollten eine Aussage machen. Das ist geglückt. In den letzten sieben Tagen ist mehr über Organspende gesprochen worden als in den sieben Jahren davor.“ Die Politik sollte aufgerüttelt und die Leute zum Organspenden animiert werden, damit die Wartelisten kürzer werden, so Drillich weiter auf der offiziellen Website.

Endemol-Direktor Paul Römer nannte die Sendung „nötig“, um auf die Problematik aufmerksam zu machen und den auf eine Organspende wartenden Menschen öffentliche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Nach Angaben des Senders warten in den Niederlanden momentan 1.088 Menschen auf ein Spenderorgan, bei einer durchschnittlichen Wartezeit von vier bis viereinhalb Jahren. Am 1. Januar 2007 waren es nach Senderangaben 1.441 Menschen. In Europa stehen laut BNN 40.000 Menschen auf der Warteliste, davon sterben 15 bis 30 Prozent.

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Quellen