Methodos e.V. - Freiburger Schüler lernen für das Abitur im eigenen Verein

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Veröffentlicht: 13:59, 16. Okt. 2007 (CEST)
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Freiburg im Breisgau (Deutschland), 16.10.2007 – Dem Vorbild des Selbstlernsemesters folgend haben zehn Freiburger Waldorfschüler den Verein „methodos e.V.“ gegründet um ihre Abiturvorbereitung selbst zu organisieren. Die Schüler verzichten auf den Schulalltag der Jahrgangsstufe 13 und nutzen die baden-württembergische Regelung zum externen Abitur, die eigentlich für Schulabbrecher oder Berufstätige gedacht ist, die ihr Abitur nachholen wollen. Die Gruppe will dem 45-Minuten-Takt der Schule entkommen und sich besser auf selbstständiges Lernen vorbereiten, beispielsweise für die Universität.

Für ihre Abiturvorbereitungen haben die Schüler eigene Räume angemietet und auf Stundenbasis Lehrer engagiert, von denen sie beim Lernen unterstützt werden. Zwei Schülern von staatlichen Gymnasien war der gleiche Schritt verwehrt, weil sie in der Jahrgangsstufe 12 bereits Abiturbewertungen angesammelt hatten. Die Freiburger Waldorfschüler müssen für ihr Abitur in acht Fächern, statt nur in zwei, eine mündliche Prüfung ablegen, da andere Bewertungsgrundlagen fehlen. Das Kultusministerium von Baden-Württemberg sieht den Schritt der Freiburger als präzedenzlos an.

Der Landesvorsitzende des Philologenverbandes Baden-Württemberg Karl-Heinz Wurster bezeichnete die Entscheidung der Gruppe als mutigen Schritt, aber auch als unnötigen Irrweg: „Sie zeichnen ein Bild von Schule, das es so nicht mehr gibt.“ Als einen riskanten und nicht zur Nachahmung empfohlenen Weg beschrieb Hansjörg Blessing vom baden-württembergischen Kultusministerium die Arbeit der Teenager: „Die Betreuung in der Vorbereitungsphase ist keinesfalls so gut wie auf konventionellem Wege.“ Der emeritierte Freiburger Pädagogik-Professor Manfred Pelz bezeichnete das Engagement der Schüler als „vorbildlich“. Der Verein konnte unter anderen die Freiburger Kant-Stiftung als Sponsor gewinnen.

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Quellen