Mehrere Fälle von Polio im Jemen

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Jemen

Sanaa (Jemen), 05.05.2005 - Die Zahl der an Polio (Kinderlähmung) erkrankten Menschen im Jemen wächst. Es gibt bereits 22 bestätigte Polio-Erkrankungen sowie weitere Verdachtsfälle.

Am 20. April wurden vier Fälle von Polio-Erkrankungen des Typs eins in der jemenitischen Hafenstadt Al-Hodeida, an der Westküste des Jemen, gemeldet. In dieser Region des Landes gibt es mit 16 gemeldeten Erkrankungen die meisten Polio-Fälle. Die Krankheit hat sich nun in andere Teile des Landes verbreitet. Bestätigte Polio-Erkrankungen werden aus Makha, 250 Kilometer von der Hauptstadt Sanaa entfernt, sowie aus Sayu im Nordosten des Landes gemeldet.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will mit Impfkampagnen im Mai und Juni auf die neuen Polio-Erkrankungen im Jemen reagieren. Die Impfkampagnen sollen insgesamt rund 2,6 Millionen US-Dollar kosten. Bei der Immunisierung wird ein Impfstoff verwendet, der den Typ eins von Polio abdeckt. Die Immunisierungsrate im Jemen liegt bei Polio bei rund 69 Prozent, wobei es in bestimmten Regionen des Landes eine noch geringere Zahl an Immunisierten gibt.

Genanalysen, die im Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA vorgenommen wurden, bestätigen, dass es sich beim Virus, der im Jemen nachgewiesen wurde, um den gleichen Typ handelt, der im Sudan eine Epidemie ausgelöst hat.

Jemen gehört zu den 16 Ländern, die als polio-frei galten, in denen es jedoch in den letzten Jahren neue Infektionen gab. Die meisten Polio-Fälle treten im westafrikanischen Nigeria auf. 2004 gab es dort 54 Fälle von Polio. Von Nigeria hat sich das Virus auf andere afrikanische Länder ausgebreitet.

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Quellen