Mauritius und La Réunion: Mehrere Deutsche an Chikungunya-Fieber erkrankt

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Artikelstatus: Fertig 22:04, 5. Mrz. 2006 (CET)
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München (Deutschland), 05.03.2006 – Wie das Münchner Tropeninstitut mitteilte, sind mehrere deutsche Touristen, die ihren Urlaub auf den im Indischen Ozean liegenden Inselstaaten Mauritius und La Réunion verbrachten, an dem so genannten Chikungunya-Fieber erkrankt.

Aedes aegypti

Dieses Virus grassiert verstärkt seit Januar auf den beiden Inseln. 77 Personen sind bereits an der Infektion gestorben. Die Krankheit ist nicht neu. Bekannt ist, dass sie durch ein Insekt übertragen wird: die Stechmücke Aedes aegypti. Da diese Mücke nur in tropischen Regionen lebt, besteht in Deutschland keine Ansteckungsgefahr. Die Stechmückenart gilt ebenfalls als Überträgerin für das Dengue-Fieber sowie des Gelbfieber-Virus. In der Regel führt der Krankheitsverlauf nicht zum Tode, Begleiterkrankungen wie Hirnhautentzündung sind jedoch möglich.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden zwischen dem 28. März 2005 und dem 19. Februar 2006 insgesamt 2406 Infektionen mit dem Virus registriert. Laut Berechnungen mit einem mathematischen Modell sollen sich auf La Réunion seit März 2005 etwa 157 000 Menschen mit dem Virus infiziert haben. Seit Januar 2005 tritt das Virus auch auf anderen Inseln auf. So wurden nach Angaben der WHO auf Mayotte 924 Fälle, auf Mauritius 2553 Fälle und auf den Seychellen 4650 Fälle registriert.

Das Auswärtige Amt schätzt die Situation noch nicht als dramatisch ein. Eine Reisewarnung für die Region gibt es bisher nicht.

Aufgrund der Häufung der Todesfälle in den letzten Wochen wird jedoch in medizinischen Fachkreisen darüber gemutmaßt, ob möglicherweise ein aggressiverer Virusstamm entstanden ist.

Quellen