Mars streitet mit Rewe und Edeka

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Veröffentlicht: 19:59, 13. Okt. 2022 (CEST)
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Köln (Deutschland), 13.10.2022 – Im Streit um höhere Preise für die Supermarktketten Rewe Group und Edeka bleibt der US-Konzern Mars Incorporated hart und liefert keine neuen Waren. Das bestätigte Andreas Krämer von der Rewe Group in Köln. Bereits seit drei Monaten streitet Mars mit Edeka/Netto, seit kurzem auch mit Rewe/Penny.

Bei den Preiserhöhungen geht es nicht nur um Süßigkeiten wie Bounty, Mars, Snickers oder Twix, sondern auch um Tierfutter wie Frolic, Pedigree, Sheba und Whiskas sowie Reisprodukte der Marke Ben's. Insgesamt handelt es sich um 300 Marken, die der US-Konzern in Deutschland vertreibt.

Einzelhandel und Lebensmittelhersteller streiten seit Monaten um Preissteigerungen im Zusammenhang mit den gestiegenen Preisen für Transport, Energie und Rohstoffe. Branchenriese Nestle hatte im ersten Halbjahr die Preise um durchschnittlich 6,5 Prozent angehoben. Laut dem Chef der Süßwarensparte von Mars, Carsten Simon, benötigt sein Unternehmen „dringend eine zweite Preiserhöhung in diesem Jahr“. Dies sagte Simon der „Lebensmittel Zeitung“.

Für Rewe-Chef Lionel Souque handelt es sich bei einem Teil der großen Lieferanten um „Trittbrettfahrer… die auf der Preiswelle surfen und davon profitieren, um ihre Ergebnisse zu verbessern“, wogegen das Unternehmen ankämpfe. Edeka-Chef Markus Mosa fordert, „Lebensmittel dürfen nicht zum Luxusgut werden“. Rewe ließ verlauten, es werde nicht alle Preissteigerungen an den Kunden weitergeben. Die meisten Lieferanten verhielten sich vernünftig, doch ganz große Hersteller hätten genügend Macht, ihre Forderungen durchzusetzen. „Die aktuellen erheblichen Preisforderungen des Herstellers Mars sind aus unserer Sicht sachlich nicht begründet“, sagte ein Sprecher für Edeka. Rewe und Edeka wiesen auf Eigenmarken und alternative Markenprodukte hin. Mars nahm zu einer Anfrage der DPA zunächst keine Stellung.

Kürzlich führte der Streit zwischen Coca Cola und Edeka zu einem Gerichtsverfahren. Das Landgericht Hamburg entschied, dass der Getränkehersteller derzeit nicht an Edeka liefern muss. Doch auch andere Unternehmen streiten mit Lebensmittelketten um die Preise, so etwa Ritter Sport mit Lidl/Kaufland oder Mondelez („Milka“) mit Edeka/Netto.


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Quellen[Bearbeiten]