Malaysia-Airlines-Flug 370: Nach 515 Tagen die erste Spur

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Veröffentlicht: 01:43, 6. Aug. 2015 (CEST)
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Die Unglücksmaschine (2011)
Flaperon einer Boeing 777
Meeresströmungen im Indischen Ozean. La Réunion liegt unweit von Madagaskar, der Absturz der Maschine wird nahe der australischen Westküste angenommen

Malaysia (Kuala Lumpur), 05.08.2015 – 515 Tage nach dem Verschwinden des Malaysia-Airlines-Fluges MH370 hat der malaysische Premierminister Najib Razak bestätigt, dass es sich bei dem in La Réunion angespülten Teil um ein Flaperon der vermissten Boeing 777 handle. Der stellvertretende Staatsanwalt von Paris, Mackowiak, äußerte sich vorsichtiger und sprach nur von einer „sehr starken Vermutung“ aufgrund gemeinsamer technischer Merkmale.

Am 29. Juli wurde auf der Insel im Indischen Ozean ein über zwei Meter langes, mit Muscheln bedecktes Wrackteil gefunden, das als mögliche Flügelklappe einer Boeing 777 identifiziert wurde. Flaperons unterstützen die Steuerflächen an den Flügeln und erhöhen bei Start und Landung den Auftrieb. Das Bruchstück wird seit Mittwoch von Experten in einem Labor im südfranzösischen Toulouse untersucht. Frankreich hatte die Untersuchungen an sich gezogen, da das Teil auf der französischen Insel La Réunion angespült wurde und da vier Staatsbürger beim mutmaßlichen Absturz der Maschine ums Leben kamen.

Materialuntersuchungen der Bruchstellen könnten weitere Hinweise auf das Schicksal der Boeing geben. Ergebnisse seien laut Luftfahrtexperten erst nach Tagen oder Monaten zu erwarten. John Goglia, früher bei der NTSB tätig, sagte gegenüber Reuters „Die wirkliche Arbeit fängt jetzt erst an.“

MH370 war ein internationaler Linienflug von Kuala Lumpur nach Peking, bei dem eine Boeing 777 der Malaysia Airlines am 8. März 2014 um 1:21 Uhr Ortszeit aus der Überwachung der Flugverkehrskontrolle des Flughafens Subang Airport verschwand. Seither ist das Flugzeug verschollen. An Bord der Boeing befanden sich zwölf Besatzungsmitglieder und 227 Passagiere aus 15 Nationen, 152 Passagiere waren Staatsangehörige der Volksrepublik China, 38 Passagiere und die Besatzung stammten aus Malaysia.

Bei der aufwändigsten und teuersten Suchaktion in der Geschichte der Luftfahrt wurden bisher weder die Flugschreiber noch größere Teile des Flugzeugs gefunden.


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Quellen[Bearbeiten]