Kaiserslautern: 2 Jahre auf Bewährung und Geldstrafe für das Horten von Sprengstoff

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Veröffentlicht: 18:14, 17. Sep. 2017 (CEST)
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Büroturm des Justizzentrums Kaiserslautern

Kaiserslautern (Deutschland), 13.09.2017 – Weil er rund 300 Kilogramm Sprengstoff gehortet hat, wurde ein 19 Jähriger vom Landgericht Kaiserslautern am 13. September zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und zur Zahlung von 2.000 € Geldstrafe verurteilt.

Der Fall erregte im Dezember 2016 bundesweit aufsehen, weil der damals 18-Jährige zu Hause so viel Sprengstoff gesammelt hatte, dass 85 Bewohner der Kleinstadt Lauterecken im Landkreis Kusel an zwei Tagen evakuiert werden mussten. Zunächst bestand der Verdacht, der Maurerlehrging stehe in Verbindung mit der rechten Szene und habe gemeinsam mit einem mitangeklagten 24-jährigen Komplizen, bei dem weitere 45 kg Sprengstoff gefunden wurde, einen Bombenanschlag in Kaiserslautern geplant. Dies bestätigte sich jedoch nicht. In der Vernehmung sagte der 18-Jährige aus, er betreibe Pyrotechnik als Hobby und habe den Sprengstoff für ein Silvesterfeuerwerk benötigt.

Unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen verbrachte ein Sondereinsatzkommando des Landeskriminalamtes den Sprengstoff in kleinen Mengen in einen Sicherheitsbunker der Bundeswehr. Dort sollte er bis zu seiner Unschädlichmachung zwischengelagert werden. Testsprengungen hätten heftige Reaktionen des Materials gezeigt. Während der Arbeiten am 29. und 30. Dezember wurde in einer nahen Schule eine Notunterkunft eingerichtet. Die Evakuierung wurde erst aufgehoben, als das Privathaus von Spürhunden noch einmal durchsucht worden war.

Schon zu Beginn des Prozesses räumte der Beschuldigte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe ein. Die Gefährlichkeit seines Tuns sei ihm nicht bewusst gewesen. Außerdem habe er an einer psychischen Erkrankung gelitten, wegen derer er sich seit Ende 2016 in Behandlung begab.


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