Junge Frau starb in Pforzheim am Hanta-Virus

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Veröffentlicht: 20:15, 8. Aug. 2010 (CEST)
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Pforzheim (Deutschland), 08.08.2010 – Der Grund für den Tod einer jungen Frau in Pforzheim Ende Juli war eine Infektion mit dem Serotyp Puumala des Hantaviruses. Dies teilte Dr. Roswitha Kull vom staatlichen Gesundheitsamt mit. Das Virus verbreitete sich in den letzten Jahren im Enzkreis recht stark. Von 28 Fällen der meldepflichtigen Infektion im Jahr 2007 stieg die Zahl der Erkrankungen auf 52 in den bisherigen Monaten des Jahres 2010. Doch geht Dr. Kull von einer hohen Dunkelziffer aus, da in vielen Fällen die Erkrankung einen unauffälligen Verlauf hat. Nur in einem von zwanzig Fällen komme es zu einem schwereren Verlauf mit Nierenschädigungen, bis hin zu Nierenversagen.

Eine Obduktion der Frau, die durch Dialyse behandelt worden war, ergab als Todesursache ein Herzversagen nach einer Lungenembolie. Der Tod der 1979 geborenen Frau ist ungewöhnlich, zu Todesfällen komme es vor allem bei älteren Menschen mit Vorerkrankungen.

In Deutschland sind PUU-Fälle insbesondere auf der Schwäbischen Alb, in Unterfranken, Niederbayern und der Eifel verbreitet, in Österreich sind Kärnten und die Steiermark Schwerpunkte.

Das Virus verbreitet sich vor allem im Kot von Rötelmäusen. Menschen infizieren sich beim Aufräumen von Garagen und Kellern, aber auch bei der Arbeit in Wald und Garten durch Einatmen von kontaminiertem Staub. Von Mensch zu Mensch überträgt sich das Virus hingegen nicht. Vorbeugen könne man vor allem, indem man bei Arbeiten an Örtlichkeiten, die von Mäusekot und -urin verunreinigt sind, einen Mundschutz anlegt. Ein Impfstoff existiert nicht.

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Quellen