Ingolstadt testet intelligente Verkehrssteuerung

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Artikelstatus: Fertig 23:55, 11. Apr. 2007 (CEST)
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Ingolstadt / München (Deutschland), 11.04.2007 – Zusammen mit der Münchner Firma Gevas Software, dem Lehrstuhl für Verkehrstechnik der Technischen Universität (TU) München und dem Autohersteller Audi testet die oberbayerische Stadt Ingolstadt derzeit ein neues intelligentes Verkehrssteuerungssystem. Das System namens „Travolution“ - das Wort wurde aus den Begriffen „Travel“, dem englischen Wort für Verkehr, und Evolution gebildet - soll in Zukunft Ampeln so intelligent machen, dass überflüssige Wartezeiten bei Rot weitgehend vermieden werden.

Für den Test werden zurzeit 46 Ampeln im Stadtgebiet von Ingolstadt, vor allem an stark befahrenen Kreuzungen, umgerüstet. Induktionsschleifen in der Fahrbahn messen das Verkehrsaufkommen. Die Daten werden an einen zentralen Rechner im Rathaus übertragen. Dort berechnet eine Software anhand von Modellen und mit Hilfe eines komplizierten Rechenverfahrens, dem so genannten „genetischen Algorithmus“, wie hoch das Verkehrsaufkommen in fünf Minuten sein wird. Selbständig probiert das System dann nacheinander verschiedene Steuerungseinstellungen und soll so schließlich automatisch ein Optimum finden. Wenn das tatsächlich wie gewünscht funktioniert, sollen nach und nach alle Ampeln in Ingolstadt umgerüstet werden.

In Hamburg, wo ein ähnliches System bereits getestet wurde, konnten nach Angaben von Herwig Wulffius, Geschäftsführer von Gevas Software, jährlich 1.300 Tonnen Kohlendioxid und 560.000 Liter Benzin eingespart werden. Durch den Wegfall des besonders umweltschädlichen „Stop-and-Go-Verkehrs“ verkürzten sich zudem die Fahrtzeiten um bis zu 20 Prozent.

In einem zweiten Schritt sollen die Ampeln dann zusätzlich „sprechen“ lernen. Dazu sollen zunächst drei ausgewählte Ampeln mit WLAN-Systemen für drahtlose Datenübertragung ausgerüstet werden. „Über ein Display im Auto teilt die Ampel dem Fahrer ungefähr 200 Meter vor der Kreuzung mit, wann sie gedenkt, auf Grün zu schalten“, erklärt Cornelius Menig, zuständiger Projektleiter bei Audi. Der Autofahrer kann dann seine Geschwindigkeit so anpassen, dass er genau bei der nächsten Grünphase an der Ampel ankommt.

Durch „Travolution“ könnten bis zu 15 Prozent Benzin eingespart werden - wenn alles so funktioniert, wie es soll. Das aber bleibt abzuwarten. Erste Ergebnisse aus dem Feldversuch in Ingolstadt sollen nach mehreren Testfahrten bereits Ende April vorliegen.

Quellen