Hungerstreik Firas Maraghy in der fünften Woche

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Veröffentlicht: 11:50, 29. Aug. 2010 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 29.08.2010 – Seit dem 26. Juli ist Firas Maraghy, ein 39-jähriger Palästinenser aus Ostjerusalem, vor der Israelischen Botschaft in Berlin im Hungerstreik. Maraghy, der seit 2007 in Deutschland lebt und mit einer Deutschen verheiratet ist, wird von Israel verweigert, mit seiner Frau und Tochter nach Ostjerusalem zu reisen.

Der Sprecher der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der SPD-Bundestagsfraktion Christoph Strässer bat am 24. August in einem Brief den israelischen Botschafter, Maraghy die Einreise aus völkerrechtlichen, menschenrechtlichen und humanitären Gründen zu gewähren. Mit der Tatsache, dass Israel auch eine Eintragung seiner Ehe mit der Begründung verweigert hätte, Maraghy habe mit seinem Wohnsitz in Deutschland seine Rechte als Bewohner von Ostjerusalem verwirkt, verstoße Israel gegen sein eigenes Recht, das eine Aberkennung erst nach siebenjähriger Abwesenheit vorsehe. Zudem stehe in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: „Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen. Jeder hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren.“

In der Nacht vom 26. auf den 27. August, also nach 32 Tagen Hungerstreik, besuchte Rupert Neudeck vom Verein Grünhelme Maraghy und forderte die Bundesregierung auf, sich für den Palästinenser einzusetzen und ihn in seinem Recht zu unterstützen in seiner Heimat Ostjerusalem zu wohnen, zu leben, und wieder dorthin zurückzukehren, auch wenn er eine Deutsche geheiratet habe. Maraghy brauche kein Geld, sondern Gerechtigkeit.

Wie in einem Brief des Pressesprechers der israelischen Botschaft vom 27. August zu lesen ist, den die Betreiber der Website „palaestina-heute.de“ veröffentlichten, bemühe sich Israel, den Hungerstreik zu einem guten Ende zu bringen. Es habe Herrn Maraghy ein Treffen mit einem ranghohen zuständigen Beamten in Jerusalem angeboten, was von Maraghy aber abgelehnt worden sei. Stattdessen habe Maraghy klargestellt, seinen Kampf aus „ideologischen“ Gründen fortsetzen zu wollen.

In einer persönlichen Presseerklärung wies die Ehefrau von Maraghy diese Darstellung zurück. Es sei falsch, dass Maraghy erkärt habe, einen ideologischen Kampf zu führen. Es sei nicht zugesagt worden, auf welche Weise das Problem gelöst werde. Die Aufforderung an sie, vorher einen deutschen Reisepass zu besorgen, könne möglicherweise später einer Registrierung von ihr und der gemeinsamen Tochter in Jerusalem entgegenstehen. Wenn eine schriftliche Zusage der Registrierung bestehe, wäre der Grund für den Hungerstreik umgehend aus der Welt geschafft.

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Quellen