Guatemala: 22 Mädchen sterben nach Brandstiftung in einem Waisenhaus

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Veröffentlicht: 21:37, 9. Mär. 2017 (CET)
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Kinder in Guatemala (Archivbild)

San José Pinula (Guatemala), 09.03.2017 – Am Mittwoch starben 22 Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahre bei einem Brand im Mariä-Himmelfahrt-Waisenhaus bei Guatemala-Stadt, 19 davon noch am Brandort, drei etwas später in Krankenhäusern. 38 weitere Personen wurden verletzt, 16 davon lebensgefährlich. Lokale Medien berichteten, dass 50 minderjährige Heimbewohner in einen Streit geraten waren, in dessen Verlauf sollen Matratzen angezündet worden sein. Das Feuer habe sich anschließend rasend schnell im Gebäude ausgebreitet.

Mayra Veliz von der Staatsanwaltschaft bezeichnete die Opferangaben als vorläufig, da der Tatort noch nicht ganz abgesucht sei und viele Leichen völlig verkohlt seien. Die Feuerwehr gab an, dass das Schicksal von Vermissten noch unklar sei. Angehörige beklagten sich über mangelnde Information durch die Behörden. Das Heim war 2006 erbaut worden und sollte 400 Minderjährigen als Unterkunft dienen. Zuletzt wurde es von 800 Personen bewohnt. Anfangs war die Einrichtung für Minderjährige vorgesehen, die wegen häuslicher Gewalt aus ihren Familien genommen werden mussten, später waren auch andere Jugendliche, darunter kriminelle, dort untergebracht worden. Ein Ex-Mitarbeiter sprach von einem Klima der Gewalt zwischen den Bewohnern. Seit dem Jahr 2015 gab es Hinweise, dass Jugendliche aus dem Heim zur Prostitution angeworben wurden. In der Nacht vor dem Brand flohen 60 Bewohner und entgingen so dem Feuer.

Nach dem Brand wird vom Staat die Schließung des Heims erwogen. Sozialminister Carlos Rodas sagte: "Die gemeinsame Unterbringung der Jugendlichen ist ein Fehler gewesen". Die Chefjuristin der Regierung, Anabella Morfin verwies darauf, dass man besonders auffällige Jugendliche aus der Einrichtung verlegen wollte, was von den Richtern abgelehnt worden war.


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