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Grundsteinlegung für saarländische Biomolkerei

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Milch

Ommersheim (Deutschland), 14.12.2004 – Auf dem Biolandhof Wack in Ommersheim, Gemeinde Mandelbachtal im Saarpfalzkreis, wurde gestern der Grundstein gelegt, um im Saarland hergestellte Biomilch auch als Biomilch zu vermarkten. Zurzeit liefern die Biobauern der Region ihre Milch, die sie nicht am Hof direkt verkaufen oder zu Käse verarbeiten, noch bei konventionellen Molkereien ab, und saarländische Lebensmittelgeschäfte bieten Bio-Milchprodukte an, die Molkereien aus dem Südschwarzwald, aus Oberbayern oder dem Münsterland liefern. Umweltminister Stefan Mörsdorf sagte bei der Grundsteinlegung: „Auch dem Wunsch vieler Verbraucher wird damit endlich entsprochen, denn die Nachfrage nach Bio-Produkten aus der Region gibt es schon seit Jahren.“

Betreiber der neuen Molkerei ist die Saarpfälzische Biohöfe GmbH Mandelbachtal, ein Zusammenschluss von Biobauern aus dem Bliesgau und angrenzenden Regionen. Mit Mitteln aus den Förderprogrammen „Regionen Aktiv Vis à Vis“ und „Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz“ (GAK) wurde die Planung unterstützt und mit 88.000 Euro werden 40 Prozent der Investitionskosten übernommen. Die weitere Finanzierung wird auch mit Kleinbürgschaften von Privatpersonen aufgebracht, die bei der GLS Gemeinschaftsbank e.G. Bochum eine Bürgengemeinschaft in Form eines „Mikrofinanz Fonds“ bilden.

Die Molkerei plant, im Mai 2005 die Produktion aufzunehmen. Nach Angaben des Bioland Landesverbands Rheinland-Pfalz/Saarland und des Nova-Instituts Hürth, das das Projekt betreut, wird mit der Verarbeitung von jährlich 250.000 Litern Milch, der Milch von etwa 40 Kühen, begonnen. Angestrebt werden der Ausbau der Kapazitäten und die Abnahme der gesamten in beiden Bundesländern hergestellten 1,5 Millionen Liter Biomilch, was einer täglichen Verarbeitungsmenge von etwa einem halben Molkereitankwagen üblicher Bauart entspricht. Konventionelle Milchviehbetriebe sollen außerdem für die Biomilcherzeugung gewonnen werden, die Molkerei soll auch die Verbreitung ökologischer Landwirtschaft fördern. Die Produkte sollen über Großabnehmer und Naturkosthandel abgesetzt werden, unter eigener regionalen Marke und mit Bioland-Warenzeichen.

In den Jahren 1998 bis 2000 hatte es bereits auf dem Birkenhof in St. Wendel-Osterbrücken einen ersten Versuch gegeben, saarländische Biomilch regional zu vermarkten. In der dortigen Hofmolkerei waren von der Birkenhof Milchprodukte GmbH jährlich 300.000 Liter Milch verarbeitet und überwiegend an die regionale Verbrauchermarktkette „Globus SB Warenhaus“ geliefert worden. Das Projekt in Osterbrücken war laut Saarbrücker Zeitung an „logistischen Problemen“ gescheitert.

Quellen