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GDL kündigt für Mittwoch neuen Bahnstreik an

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Veröffentlicht: 20:02, 22. Jan. 2024 (CET)
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So wie in der zweiten Januarwoche werden viele Züge ausfallen

Berlin / Frankfurt am Main (Deutschland), 22.01.2024 – Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat angekündigt, vom kommenden Mittwoch, den 24. Januar an bis zum Montag, den 29. Januar durchgehend streiken zu wollen. Mit einer Dauer von sechs Tagen wäre es der längste Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn. Die Mitteilung erfolgte in einer in der Nacht zum Montag verschickten Presseerklärung. Demnach würde der Güterverkehr bereits am Dienstag um 18:00 Uhr bestreikt, und am Mittwoch um 2:00 Uhr in der Frühe würden „sämtliche Unternehmen der DB“ folgen. Enden solle der Streik heute in einer Woche um 18:00 Uhr.

Die Gewerkschaft fordert neben Lohnerhöhungen in Höhe von 555 Euro und einer Einmalzahlung zum Inflationsausgleich eine Senkung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden. Derzeit arbeiten die Lokführer 38 Stunden pro Woche. Der Tarifvertrag soll maximal 12 Monate laufen. Eine Wochenarbeitszeitverkürzung von drei Stunden hält die Bahn wiederum angesichts der Personalsituation bei der Bahn und des Fachkräftemangels für nicht erfüllbar.

Die Bahn hatte vor dem Wochenende ein neues Tarifangebot vorgelegt und eine Verkürzung der Arbeitszeit der Lokführer und Zugbegleiter von 38 auf 37 Wochenstunden ab dem 1. Januar 2026 angeboten. Außerdem sollen neben einer Inflationsausgleichsprämie die Löhne ab kommenden August um 4,8 Prozent und ab April 2025 nochmals um fünf Prozent angehoben werden. Wer auf die Arbeitszeitverkürzung verzichte, soll zusätzlich 2,7 Prozent mehr Lohn bekommen. Das neue Tarifangebot soll eine Laufzeit von 32 Monaten haben.

„Mit dem dritten und angeblich verbesserten Angebot hat die Deutsche Bahn AG erneut gezeigt, dass sie ihren bisherigen Verweigerungs- und Konfrontationskurs unverdrossen weiter verfolgt – von Einigungswillen kein Spur“, hieß es in der GDL-Mitteilung. Die Gewerkschaft sieht in dem Angebot der DB ein „Scheinangebot“.

Nach den Worten von DB-Personalvorstand Martin Seiler gehe es der GDL beim Streik nicht um das letzte Mittel, sondern es diene der Gewerkschaft als Mittel der Selbstinszenierung. Die letzten Verhandlungen zwischen Deutscher Bahn und GDL fanden am 24. November statt. Eine von den GDL-Mitgliedern mit hoher Mehrheit angenommene Urabstimmung hat die Gewerkschaftsführung ermächtigt, auch unbefristete Streiks auszurufen.


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Quellen[Bearbeiten]