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Flugzeugabsturz in Russland, 43 Insassen tot

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Veröffentlicht: 20:12, 8. Sep. 2011 (CEST)
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Die Unglücksmaschine 2006

Jaroslawl (Russland), 08.09.2011 – Bei dem Absturz eines Verkehrsflugzeuges in Jaroslawl an der Wolga, etwa 240 Kilometer nordöstlich von Moskau, wurden mindestens 43 der Personen an Bord getötet. Unter den Opfern befindet sich der komplette Kader des Eishockeyclubs Lokomotive Jaroslawl einschließlich der Trainer und Betreuer. Die Maschine war gegen 16.05 Uhr Ortszeit (14.05 Uhr MESZ) vom Flughafen bei Jaroslawl gestartet. Kurz nach dem Start neigte sie sich zur linken Seite und stürzte schließlich ab. Teile des Wracks stürzten in die Tunoschna, nahe ihrer Mündung in die Wolga.

Bei der abgestürzten Maschine handelt es sich um eine Jakowlew Jak-42, die mehr als 100 Passagiere transportieren kann, doch an Bord der Maschine waren nur 44, anderen Berichten zufolge 45 Menschen. Dabei handelte es sich um 37 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. Eine oder zwei Personen sollen den Absturz überlebt haben, doch ist die Identität des oder der Überlebenden noch unklar. Die Associated Press meldete zunächst unter Berufung auf Behördenangaben, dass es sich bei den Überlebenden um den russischen Nationalspieler Alexander Galimow und um ein Mitglied der Besatzung handeln soll. Beide Überlebende befinden sich jedoch in einem kritischen Zustand. Galimow soll sich schwere Verbrennungen von über 90 Prozent seiner Hautoberfläche zugezogen haben.

Augenzeugen berichteten, dass vor dem Aufschlag Flammen aus dem 1993 hergestellten Flugzeug geschlagen hätten. Einem unbestätigten Bericht zufolge, der von der Nachrichtenagentur Interfax verbreitet wurde, habe das Flugzeug beim Start eine Antenne des Flughafens gestreift habe. RIA Novosti hingegen meldete unter Berufung auf eine Quelle in Luftfahrtkreisen, die unter der Bedingung der Anonymität sprach, dass schlechter Treibstoff zu einem Triebwerkausfall geführt haben könnte.

Die Maschine befand sich auf dem Flug nach Minsk in Weißrussland, wo die Mannschaft von Jaroslawl im Rahmen der Kontinentalen Hockeyliga ihr Auftaktspiel gegen Dinamo Minsk absolvieren hätte sollen. Außer russischen Spielern gehörten zum Kader des dreimaligen russischen Eishockey-Meisters und Tabellendritten der Vorsaison insgesamt elf Ausländer, nämlich aus Schweden, der Slowakei, Tschechien, Weißrussland, der Ukraine sowie der zuletzt bei den Mannheimer Adlern spielende Robert Dietrich. Die tschechischen Behörden haben unterdessen den Tod von Jan Marek, Josef Vašíček und Karel Rachůnek bestätigt, lettische Offizielle teilten den Tod von Kārlis Skrastiņš mit.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle kondolierte den Hinterbliebenen, machte am Nachmittag jedoch noch keine Angaben darüber, ob Dietrich unter den Opfern sei. Zum Zeitpunkt, als sich die Nachricht des Absturzes verbreitete, war das erste Spiel des KHL-Meisters Ufa bereits angepfiffen, es wurde dann jedoch zunächst unter- später vollständig abgebrochen. „In solch einer Situation, nachdem ihre Freunde und Kollegen gestorben sind, haben die Spieler beider Teams ein Weiterspielen für absolut unmöglich gehalten“, erklärte Ligapräsident Alexander Medwedew.

In Russland kommt es häufig zu Flugzeugabstürzen. Präsident Dmitri Medwedew, der eine Untersuchung des Absturzes angeordnet hat, hatte unlängst angekündigt, ab nächstem Jahr alle noch aus Sowjetzeiten stammenden Passagierflugzeuge stufenweise stillzulegen. Erst im Juni war in Petrosawodsk ein Flugzeug vom Typ Tupolew TU-134 abgestürzt. Der Absturz, bei dem 47 Personen starben, wurde den Ermittlungen zufolge durch einen Pilotenfehler verursacht. Unterdessen hat Ministerpräsident Wladimir Putin Verkehrsminister Igor Lewitin an den Unfallort beordert.

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In der Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Flugzeugabsturz bei Jaroslawl“.

Quellen

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