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Flughafen Niederrhein soll geschlossen werden

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Artikelstatus: Fertig 20:55, 3. Jan. 2006 (CET)
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Flughafen Niederrhein

Weeze (Deutschland), 03.01.2006 – Der Flughafen Niederrhein in Weeze bei Düsseldorf steht vermutlich vor dem Aus.

Flughafen Niederrhein auf der Karte von Deutschland
Flughafen Niederrhein
Flughafen Niederrhein
Lage des Flughafens

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster hat am heutigen Dienstag Klägern recht gegeben, die die Genehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf vom 20. Juni 2001 angefochten hatten, den ehemaligen Militärflughafen als Zivilflughafen zu nutzen. Es handelt sich hierbei um den ehemaligen britischen Militärflugplatz Weeze-Laarbruch mit einer Gesamtfläche von über 600 Hektar Land. Im Jahr 2001 hatte eine niederländische Investorengruppe das Flughafengelände erworben. Der Flughafen hatte eine gewisse Berühmtheit als Startflughafen der Billigfluglinie Ryanair erlangt.

In der Begründung des Gerichts wurde angegeben, dass die Bezirksregierung den Schutz der Anwohner vor Fluglärm nicht ausreichend berücksichtigt habe und die Umweltverträglichkeit nicht den rechtlichen Anforderungen entsprechend untersucht wurde. Geklagt hatten 16 Privatpersonen und die Gemeinden Sonsbeck (Deutschland) und Bergen (Niederlande). Nur die Klage Sonsbecks wurde nicht zugelassen, da das OVG die beklagte Verletzung von Gemeinderechten als nicht gegeben sah.

Die Nutzung des Flughafens wurde vom OVG mit sofortiger Wirkung untersagt, eine Revision beim Bundesverwaltungsgericht ließ das Gericht nicht zu. Der Flughafenbetrieb wird allerdings aufrechterhalten, solange das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Die Bezirksregierung Düsseldorf prüft, ob sie eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision einlegen möchte. Nach Angaben des WDR hat die Behörde nach Erhalt der schriftlichen Urteilsbegründung dazu vier Wochen Zeit. Eine Begründung der Beschwerde kann weitere vier Wochen später nachgereicht werden. Erst dann könne nach Angaben eines Gerichtssprechers das Urteil rechtskräftig werden.

Der Flughafen kündigte an, am Dienstagnachmittag zu dem Urteil Stellung zu nehmen.

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Quellen