Familie in Jena soll wieder ins Vogtland abgeschoben werden

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Artikelstatus: Fertig 22:44, 24. Dez. 2006 (CET)
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Jena (Deutschland), 24.12.2006 – Weihnachten ist das Fest der Liebe und der Familie. Doch einen Tag vor Heiligabend veröffentlicht die Thüringische Landeszeitung einen Artikel im Jenaer Regionalteil über eine kurdische Flüchtlingsfamilie, die bisher im Ronald McDonald Haus in Jena untergebracht ist. Die sechsjährige Tochter Jina wird an der Universitätsklinik Jena wegen Leukämie behandelt. Die Familie soll nun aber wieder zurück in ihr Heim ins Vogtland.

Die Leukämie bei Jina war bereits in Syrien, dem Herkunftsland der Familie, ausgebrochen und in Damaskus behandelt worden. Die Familie flüchtete später wegen ihrer kurdischen Abstammung aus dem Land über die Türkei und Tschechien nach Deutschland. Hier wurde die geduldete Familie der Ausländerbehörde im Vogtland zugewiesen. Auf Grund des Leukämierückfalls wurde die Tochter an der Uniklinik in Jena behandelt. Die restliche Familie wurde in Jena in einem sogenannten Ronald McDonald Haus untergebracht. Diese Häuser sind speziell für Familien errichtet worden, deren Kinder längere Zeit im Krankenhaus sein müssen, damit diese ihnen nah sein können. Laut einer Studie genesen die Kinder dadurch schneller.

Nun hat jedoch die Ausländerbehörde von Jena die Familie angewiesen, wieder zurück ins Vogtland zu gehen. Jina muss muss laut Aussage von Professor Felix Zintl, dem geschäftsführenden Direktor der Kinder- und Jugendmedizin, noch zirka eineinhalb Jahre regelmäßig Medizin einnehmen und von der Klinik betreut werden. Eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist wegen der hohen Pilz-, Viren- und Bakterienbelastung für Jina nicht ratsam. Ein Auto oder gar ein Taxi kann sich die Familie aber nicht leisten.

Professor Zintl hat sich gemeinsam mit der Leiterin des Ronald McDonald Hauses in Jena auf die Suche nach einer geeigneten Wohnung für die fünfköpfige Familie gemacht und versucht eine Aufenthaltsgenehmigung bis zum Sommer 2008 in Jena zu erwirken. Die zuständige Behörde im Vogtland hätte dagegen nichts einzuwenden, jedoch beharrt die Jenaer Behörde bislang auf der Rückreise. Eine Anfrage der beiden beim Oberbürgermeister brachte einen Verweis zum Sozialdezernenten ein und dieser verwies wiederum an die Ausländerbehörde.

Wie sich diese Familiengeschichte weiterentwickeln wird, wird sich nun wahrscheinlich erst nach den Feiertagen zeigen.

Quellen