Explosion einer Pipeline bei Lagos

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Artikelstatus: Fertig 20:27, 12. Mai 2006 (CEST)
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Lagos (Nigeria), 12.05.2006 – Heute explodierte bei Ilado, einem Dorf in der Nähe der Stadt Lagos, eine beschädigte Erdölpipeline. Okon Umoh, ein Sprecher des nigerianischen Roten Kreuzes, sagte, dass ein großes Feuer entstanden sei und einige Menschen gestorben seien. Einwohner der Großstadt Lagos berichten von aufsteigendem dicken schwarzen Rauch. Die Explosion ereignete sich, als Anwohner sich bei der beschädigten Pipeline versammelt hatten, um ausströmendes Erdöl abzuschöpfen. Die Feuerwehr und Helfer des nigerianischen Roten Kreuzes befinden sich vor Ort, um das Feuer zu löschen und Verletzten zu helfen.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf das nigerianische Rote Kreuz davon, dass Diebe ein Loch in die Pipeline gebohrt haben. Benzin und Erdöldiebstahl soll laut Reuters in Nigeria häufig vorkommen. Abiodun Orebiyi, Generalsekretär des nigerianischen Roten Kreuzes, rief die Bevölkerung strengstens dazu auf, dieses gefährliche Vorgehen zu unterlassen. Seinen Angaben zufolge wurden am Unglücksort Reste von etwa 500 Kanistern gefunden, in die das Erdöl abgefüllt werden sollte. Emmanuel Adebayo, ein Kommissar der Polizei des Bundesstaates Lagos, schätzt, dass bei dem Brand zwischen 100 und 200 Menschen ums Leben gekommen sind. Viele der Toten können nicht identifiziert werden, einige wurden ins Meer geschwemmt. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP, der sich vor Ort befand, berichtet von verbrannten Überresten eines Bootes, in dem sich tote Menschen befanden. Das nigerianische Fernsehen zeigte keine Bilder vom Unglücksort. Auch wollten die Behörden den Brand zuerst nicht bestätigen.

Die Erdölpipeline, die dicht unter der Oberfläche des Inagbe-Strands verläuft, befindet sich im Besitz des staatlichen Unternehmens „Nigerian National Petroleum Corporation“ (NNPC). Die Pipeline beliefert das „Atlas Cove Depot“, das den Südwesten Nigerias mit Erdöl versorgt. Das Gebiet am Strand ist unbewohnt. Im letzten Jahr starben in Ilado bei einem ähnlichen Unfall 50 Menschen. Nigeria zählt zu den größten Erdölproduzenten der Welt. Dennoch lebt ein Großteil der Bevölkerung des Landes in Armut. Im erdölreichen Nigerdelta im Osten Nigerias kommt es häufig zu Unruhen.

Quellen