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Endpunkt erreicht! Erfolgreiche Expedition nach Franz-Joseph-Land

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Innsbruck (Österreich) / Moskau (Russland), 20.05.2005 - Auszug aus dem Live-Interview mit Expeditionsleiter Christoph Höbenreich, der die Expedition zum Franz-Josef-Land leitete: „Wir haben die Wasserstraße zur Insel Hohenlohe überschreiten können doch es war ein Labyrinth aus Eisblöcken und Wasserlöchern - ein wahrer Tanzboden des Teufels. Danach gelingt es uns die Insel Hohenlohe zu durchqueren. Die Insel hat weite Gletscherflächen und es fällt schlechtes Wetter ein! Null Sicht, nur Nebel - totales „white out“. Wir können uns dennoch mit Kugelkompass und GPS punktgenau bis auf das Kap Schröter vortasten. Wir fühlen uns sehr ausgesetzt. Ganz alleine ohne Zelt, Kocher und Schlafsack bei diesem schlechten Wetter so fern von unserem Ausgangslager. Schließlich finden wir auch Payers Lagerplatz.

Am Kap angekommen brechen große Emotionen frei! Robert und ich lassen Dampf ab. Wir schreien uns an, wir umarmen uns, weinen und genießen Momente der Stille und des Erfolgs! Wir machen uns dann auf den Heimmarsch! Die 15 Kilometer werden zur reinen Tortur. Wir plagen uns sehr und sind fix und fertig. Das Meereis ist auch schon sehr aufgeweicht, aber wir können es gerade noch begehen und den Rückweg zum Lager der Insel Torup schaffen.

Unser Husarenstück ist gelungen! Der Blick zur Insel Rudolf, der nördlichsten Insel des Archipels, bestätigt unsere Befürchtung. Die Insel ist von offenen Wasserstellen umgeben und somit ist die Payer-Route auf der Rudolf Insel derzeit mit Skiern nicht wiederholbar. Wir haben also Franz Josef Land von Süden nach Norden erfolgreich durchquert und den nördlichsten derzeit mit Skiern erreichbaren Punkt erreicht - das Kap Schröter! Die Tour hat 14 Stunden gedauert. Wir haben dabei mehr als 30 Kilometer über schwieriges, hocharktisches Terrain aus Meer- und Gletschereis zurückgelegt!“

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Quellen