Ehemalige Conradty-Mitarbeiter feiern Übernahme

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Nürnberg (Deutschland), 27.02.2005 – Vor einigen Tagen hat eine unrühmliche Geschichte doch noch ein halbwegs gutes Ende gefunden. 240 Mitarbeiter der ehemaligen Firmen Conradty Carbon und Conradty COVA mit Sitz in Röthenbach an der Pegnitz feierten die im Dezember 2004 beschlossene Übernahme durch einen indischen Investor. Prominenz und Politiker aus der Region sowie aus München waren bei der Feier anwesend. Und glücklicherweise konnten 240 anstatt der erwarteten 200 Arbeitsplätze erhalten werden.

Das Unternehmen trägt jetzt den Namen „Graphite Cova GmbH“, neuer Geschäftsführer ist Adrian Bojilov. Der Investor, die Firma „Graphite India“ hat ihren Stammsitz in Kalkutta. Mit der Übernahme versucht die Firma Fuß in der Europäischen Union zu fassen.

Beigetragen haben zu den Abwicklungsmodalitäten nicht nur die Mitarbeiter und Banken, auch die Kommune, der Landkreis, die Bezirksregierung Franken sowie Abgeordnete und drei Ministerien in München haben sich massiv für den Erhalt der Arbeitsplätze eingesetzt. Der Insolvenzverwalter hat einen Investor in Indien gefunden, der bereit war, die Firma in Deutschland zu erhalten. Von einer Verlagerung der Produktionsanlagen nach Asien war während der gesamten Verhandlungen keine Rede.

Noch im Herbst 2004 wurden drei ehemalige Manager der Firma Conradty zu Haftstrafen bzw. zu einer Geldstrafe verurteilt. Frühestens im März 2005 wird mit dem ersten Verhandlungstermin gegen den ehemaligen Chef der Firma, Albert G, gerechnet. Gegen ihn wird derzeit wegen Bereicherung zu Lasten der Firma ermittelt.

Im Fall von Conradty wurde rechtlich erstmals Neuland betreten. Die Haftung der Altlasten wurde auf den Verkehrswert des Grundstücks beschränkt. Die Investoren waren bereit, das trotzdem bestehende wirtschaftliche Risiko einzugehen. In den verschiedenen Reden bei der Feierlichkeit wurde mehrmals anerkennend darauf hingewiesen und dem Insolvenzverwalter für seinen engagierten Einsatz gedankt.

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Quellen

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