EKD-Synode in Würzburg eröffnet

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Artikelstatus: Fertig 05.11.2006
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Würzburg (Deutschland), 05.11.2006 – Heute, am 5. November 2006, wurde die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Würzburg mit einem Gottesdienst eröffnet. Das Thema des diesjährigen Treffens, das noch bis Donnerstag, den 9. November andauert, lautet „Gerechtigkeit erhöht ein Volk – Armut und Reichtum“. Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich wies während des Eröffnungsgottesdienstes auf die steigende Zahl der Armen in Deutschland hin. In seiner Predigt sagte er, Armut und Arbeitslosigkeit seien häufig ein Resultat weltweiter ökonomischer Prozesse. Die Schuld könne meist nicht bei dem Einzelnen gesucht werden.

Zu diesem Thema äußerte sich auch der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, mit folgenden Worten: „Armut ist in sich selbst ein Skandal, weil sie Teil eines Entwurzelungsprozesses aus der Gesellschaft ist.“ Weiterhin sagte er, es sei erschreckend, dass eine zunehmende Anzahl an Menschen aus der Gemeinschaft herausfalle und Armut in der Tat erblich sei.

Huber forderte vom Gesetzgeber den Einsatz für das Ende von Spätabtreibungen. „Eine mögliche Behinderung oder Erkrankung des ungeborenen Kindes stellt in sich selbst keinen Grund für eine medizinische Indikation dar“, stellte er heraus. Spätabtreibungen sollten nur noch bei Gefährdung der körperlichen oder seelischen Gesundheit der Mutter zulässig sein. Eine weitere Forderung Hubers in diesem Zusammenhang war eine bessere Aufklärung und Beratung der Schwangeren.

Ein dritter Punkt, den Huber ansprach, waren verkaufsoffene Sonntage. Die evangelische Kirche setze sich klar dafür ein, den Schutz des Sonntages zu erhalten. Huber warnte davor, die Menschen nur noch als Konsumenten wahrzunehmen.

Der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) forderte, alles zu tun, um Armut zu verhindern. Wörtlich sagte er: „Wenn in einem reichen Land wie Deutschland ein wachsender Teil der Bevölkerung von gerechter Teilhabe an Arbeit, Bildung und gesellschaftlichen Prozessen ausgeschlossen ist, muss uns das als Christen aufrütteln.“

Bundespräsident Horst Köhler (CDU), der Ehrengast auf der EKD-Synode ist, sagte in seiner Rede am Nachmittag vor den Ratsmitgliedern, es sei wichtig, „bei allem politischen Engagement die eigentlichen Fragen des Glaubens sowie nach dem Sinn von Leben und Tod nicht hintanzustellen“. Er erwarte von den Kirchen Hilfe bei den Fragen nach dem Sinn des Lebens und Sterbens, vor die jeder Mensch unvertretbar selber gestellt werde. Köhler dankte auch der Diakonie und der Caritas für ihr soziales Engagement. Sie gäben denjenigen eine Stimme, die selbst keine Stimme hätten.

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Quellen