Dioxin in irischem Schweinefleisch

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Veröffentlicht: 08:03, 9. Dez. 2008 (CET)
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Eingeschweißtes Fleisch im Kühlfach (Archivfoto Commons)

Dublin (Irland), 09.12.2008 – Die irische Lebensmittelschutzbehörde FSAI hat am Samstagabend einen (mutmaßlich aus verseuchtem Futtermittel der Farmen stammenden) 200-fachen Wert des zulässigen Dioxinanteils in Schweinefleisch festgestellt und das In- und Ausland darüber informiert. Die zuständigen irischen Behörden ordneten außerdem den Rückruf aller aus irischem Schweinefleisch hergestellten Produkte an, die seit September in den Handel gelangt waren. Der Rückruf sei aber nur eine vorsorgliche Maßnahme, da dioxin-belastete Futtermittel nur in etwa zehn Prozent der irischen Schweinemastbetriebe verfüttert worden seien.

Betroffen sind einer ersten Meldung zufolge alle Produkte, vornehmlich in Großbritannien, die seit dem 1. September auf den Markt kamen, davon dürfte der Großteil wahrscheinlich verzehrt sein. Nicht nur Fleisch- und Wurstwaren, sondern auch mit irischem Schweinefleisch belegte Pizzen sind zu vernichten, so meldet der Express am Montag. Es gibt eine Massenkeulung der irischen Schweine und außerdem hat das deutsche Bundesgesundheitsministerium den Handel aufgefordert Fleischwaren aus Schweinefleisch irischer Herkunft (Ursprungsland) aus dem Handel zu nehmen.

Unterdessen spricht die Wiener Zeitung davon, dass möglicherweise auch Rindfleisch in den Futtermittel-Skandal verwickelt sei. Die 200-fache Überschreitung des zulässigen Dioxin-Höchstwertes rühre von Maschinenöl her, dass angeblich aufgrund eines technischen Defekts in der Produktionsanlage des Futtermittelherstellers Millstream Power Recyling aus dem irischen Ort Carlow in das Futter gelangt und in mehr als 25 Länder verteilt worden sei. Inzwischen scheinen sich aber die Hinweise zu erhärten, dass es sich eher um eine unerlaubte Beimengung, ein Panschen, handeln könnte. Dies lässt zumindest die Süddeutsche Zeitung durchblicken. Somit handelte es sich nicht um das Dioxin selbst, sondern um ein dioxinähnliches Nebenprodukt: polychlorierte Biphenyle.

Laut EU-Kommission sei mit Dioxin verseuchtes Schweinefleisch in 21 Ländern entdeckt worden. Dies seien China, Dänemark, Deutschland, Belgien, Estland, Frankreich, Großbritannien, Hongkong, Italien, Niederlande, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Russland, Zypern (alle in der EU), außerdem die Vereinigten Staaten und Kanada sowie Japan, Singapur und Korea.

Die irische Lebensmittelkontrollbehörde FSAI (Food Safety Authority of Ireland) erklärte am Montag, trotz der Kontamination mit Dioxin sei das tatsächliche gesundheitliche Risiko, das von einem kurzfristigen Verzehr dioxinverseuchten Fleisches ausgehe, gering. Die Behörde weist weiter darauf hin, dass sich Dioxin vorwiegend in sichtbaren Fettgewebebestandteilen des Fleisches einlagert und in magerem Schweinefleisch daher nur eine geringe Verunreinigung zu erwarten sei. In Verbindung mit der Tatsache, dass nur etwa zehn Prozent des in den Handel gelangten Schweinefleisches verunreinigt gewesen sei, werde die These eines sehr geringen gesundheitlichen Risikos durch das in den Handel gelangten Schweinefleisches untermauert.

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Quellen