Die Stadt Luzern will das historische Reusswehr sanieren

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Artikelstatus: Fertig 02:15, 27. Okt. 2006 (CEST)
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Das Reusswehr in Luzern

Luzern (Schweiz), 27.10.2006 – 22 Millionen Schweizer Franken wollen die Stadt Luzern und die Uferkantone des Vierwaldstättersees zur Sanierung des historischen Reusswehrs in der Altstadt Luzerns investieren, um einerseits die Abflusskapazität zu erhöhen und außerdem etwas gegen den schlechten baulichen Zustand des historischen Nadelwehrs zu unternehmen, das seit 1861 den Pegel des Vierwaldstättersees reguliert.

Nach dem Hochwasser vom August 2005 wurden die unterschiedlichen Interessen deutlich, die mit einer Sanierung des Wehrs verbunden sind. In Abhängigkeit davon, ob jemand oberhalb oder unterhalb des Wehrs wohnt, wurden unterschiedliche Ansprüche an die Pegelhöhe gestellt. Die einen befürchteten eine Überflutung, wenn zu schnell oder zu früh Wasser durch das Wehr freigegeben wird, während die Bewohner oberhalb auf eine schnelle Durchleitung hoffen, um dem Hochwasser zu entgehen. Doch auch andere Interessen sind zu berücksichtigen: Naturschutz, Fischerei, Schifffahrt, Denkmalschutz und Energieproduktion haben eigene Forderungen an eine mögliche Sanierung des Wehrs, das aus 700 so genannten Holznadeln besteht. Zudem gilt das Setzen und Ziehen der Nadeln als sehr gefährlich. Regierungsrat Max Pfister ist jedoch optimistisch: „Mit dem Ausbau der Reusswehranlage bringen wir die unterschiedlichen Schutz- und Nutzungsbedürfnisse unter einen Hut.“

Durch die Sanierung soll die Abflusskapazität von heute 330 auf dann 430 Kubikmeter erhöht werden. Mit einer Fertigstellung der Sanierungspläne wird bis 2010 gerechnet. Die Kosten sollen von den fünf am Ufer des Vierwaldstätter Sees liegenden Kantonen aufgebracht werden. Den Löwenanteil der Sanierung trägt jedoch die Stadt Luzern mit 48 Prozent. Der Bund soll sich mit 7,5 Millionen Schweizer Franken beteiligen.

Bevor es soweit ist, müssen jedoch einige Hürden bewältigt werden. Ab dem 2. November werden die Pläne öffentlich ausgelegt. Nach dem Abschluss des Genehmigungsverfahrens kann im Herbst 2007 mit den Baumaßnahmen begonnen werden. Die Stadt hofft einer Pressemitteilung der Staatskanzlei Luzern zufolge, durch die Sanierung das Risiko künftiger Hochwasserlagen und damit möglicher Überschwemmungen in der Stadt Luzern um den „Faktor 5“ zu verringern.

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Quellen