Aufregung über Schriftzug und Symbole bei der Polizei Sachsen

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Veröffentlicht: 13:30, 27. Dez. 2017 (CET)
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Antiqua oder Fraktur - immer noch Anlass zum Streit in Deutschland: Der Normalschrifterlass von Martin Bormann aus dem Jahr 1941

Leipzig (Deutschland), 27.12.2017 – Einige Tage nach der unbeanstandeten Übergabe und Vorstellung neuer Panzerwagen der Polizei in Sachsen gibt es plötzlich große Aufregung über die Beschriftung der Sitzbezüge. Dort ist ein traditionell gestaltetes militärisches Abzeichen mit einem altertümlich wirkenden Schriftzug zu erkennen. Bestimmte Symbole, die in anderen Staaten unverfänglich sind, gelten hierzulande immer noch als ideologisch vorbelastet und wecken bei manchen Zeitgenossen Erinnerungen an den Nationalsozialismus. Auch wenn sich die Aufregung eher auf den Schriftzug konzentriert, so ist doch die Gestaltung im Zuammenhang zu sehen. Offenbar waren die Gestalter der Sitzbezüge hier wenig sensibel und haben ihrer Phantasie freien Lauf gelassen.

Die verwendete Fraktur-Schrift selbst hat übrigens mit der Nazizeit wenig zu tun, da es in Deutschland schon seit dem 19. Jahrhundert einen Streit um die Verwendung von Schriften gab. Im Jahre 1940 entschloss sich Hitler, die Verwendung der Frakturschrift nicht mehr zu unterstützen - gleichwohl wird diese immer noch mit seiner Ideologie in Verbindung gebracht, weil er sie vorübergehend förderte. In einem Erlass von 1941 wurde der Fraktur-Schrift sogar ein jüdischer Ursprung zugeschrieben. Der Normalschrifterlass, der vom „Stellvertreter des Führers“ Martin Bormann am 3. Januar 1941 unterzeichnet worden war (siehe nebenstehendes Bild), bezeichnete die Fraktur-Schrift als „gotische Schrift“ und als „Schwabacher Judenlettern“. Seitdem wurde der Gebrauch dieser traditionellen Schrift in den deutschen Schulen und Behörden praktisch untersagt. Versuche der Wiederbelebung nach 1945 scheiterten aus verschiedenen Gründen, die Schrift blieb in der künstlerischen Nische. Was in der Diskussion ganz übersehen wird, ist der - im Gegensatz zu Deutschland - weltweit unverkrampfte Umgang sowie einige Regeln wie etwa für die unterschiedliche Verwendung des kleinen Buchstaben „s“ - je nachdem, ob dieser am Ende einer Silbe steht oder nicht. So wäre in der verwendeten Schrift die richtige Schreibweise nicht „Sachsen“ sondern „Sachſen“.


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