Ägypten: Oberster Richterrat ernennt Frauen zu Richterinnen

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Artikelstatus: Fertig 16:10, 15. Mär. 2007 (CET)
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Kairo (Ägypten), 15.03.2007 – Laut einer am Mittwoch durch die ägyptische Nachrichtenagentur MENA veröffentlichen Erklärung des Vorsitzenden des Richterrates, Mokbel Schakir, wurden 31 Juristinnen zu Richterinnen ernannt. Die Frauen hatten bereits als Beamtinnen für Verwaltungsgerichte gearbeitet. Sie seien in einem fairen Verfahren ausgewählt worden. Obwohl acht der neuen Richterinnen Töchter von Beratern des Justizministeriums seien, hätten persönliche Beziehungen keine Rolle gespielt.

Seit Jahrzehnten haben sich Frauenrechtlerinnen in Ägypten dafür eingesetzt, das Richteramt auch für Frauen zu öffnen. Der Widerstand konservativer Muslime verhinderte dies jedoch bisher. So blieb das Rechtswesen in Ägypten, das 1956 als erstes islamisches Land den Frauen politische Rechte zugestanden hatte, bis jetzt weitgehend eine Männerdomäne. Einzige Ausnahme war bisher die Verfassungsrichterin Tahani al-Gebali. Sie war im Jahr 2003 von Präsident Husni Mubarak in ihr Amt berufen worden.

In Ägypten gibt es für die Rechtssprechung neben dem islamischen Recht, der Schari'a, weitere Grundlagen.

In mehreren anderen muslimisch geprägten Ländern wie Tunesien, Jordanien oder der Türkei gibt es schon Frauen auf dem Richterstuhl, in konservativ-islamischen Staaten wie Kuwait oder Saudi-Arabien ist die Position der Richterin für Frauen immer noch unerreichbar.

Quellen