Proteste gegen neue Mülldeponie bei Neapel

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Veröffentlicht: 20:04, 21. Okt. 2010 (CEST)
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Neapel (Italien), 21.10.2010 – Der Streit um eine geplante Mülldeponie bei Neapel geht in eine neue Runde. In Terzigno, 25 Kilometer südlich von Neapel, eskalierte jetzt die Auseinandersetzung um die Ansiedlung einer Mülldeponie. Demonstranten warfen mit Steinen und Feuerwerkskörpern auf Polizisten, außerdem wurden Einsatzfahrzeuge der Polizei in Brand gesetzt. Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Tränengas gegen einige hundert Demonstranten. Die Anwohner befürchten insbesondere gesundheitliche Probleme wegen der geplanten Anlage. Die neue Anlage soll mit einer Gesamtkapazität von drei Millionen Tonnen die größte Deponie Europas werden. Seit Jahren ist das Problem der Müllentsorgung in Neapel und Umgebung ungelöst. In den Straßen Neapels verrottet der Müll, weil die vorhandenen Deponien hoffnungslos überlastet sind.

Das organisierte Verbrechen (Stichwort: Camorra) behindert bisher eine umweltverträgliche Lösung des Müllproblems, weil sie an der illegalen Abfuhr des Mülls und seiner Entsorgung in wilden Mülldeponien Millionen verdient. Die politischen Parteien blockieren sich gegenseitig. Der Bürgermeister der Kleinstadt Terzigno, Gennaro Langella von der italienischen Regierungspartei Volk der Freiheit (PDL), trat aus Protest von seinem Amt zurück: „Ich kann so eine gefährliche und ernste Entscheidung nicht mittragen. Es handelt sich um ein sehr ernstes Problem nicht nur für die öffentliche Gesundheit, sondern auch für die öffentliche Ordnung.“

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Quellen