Forscher entdecken große Mengen Wasser auf dem Mars

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Artikelstatus: Fertig 08:38, 2. Dez. 2005 (CET)
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Landegebiet um die Sonde „Viking 1“ in Chryse Planitia, Juli 1976

Paris (Frankreich) / Berlin (Deutschland), 02.12.2005 – Forscher der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA entdeckten mit Hilfe der Sonde „Mars Express“ und deren Tiefenradar „Marsis“ eine bis zu 250 Kilometer große und teilweise einen Kilometer dicke, runde Struktur unterhalb der Oberfläche des Mars im Krater Chryse Planitia, die möglicherweise aus Eis besteht.

Mars Express ist seit dem 2. Juni 2003 auf Marskurs und umkreist unseren Nachbarplaneten seit zwei Jahren. Am 19. September hatte die ESA entschieden, die Marsmission um ein Marsjahr auszudehnen. Der Mars umkreist die Sonne in 23 Monaten einmal, braucht für eine Umrundung der Sonne also ungefähr zwei Erdenjahre.

Vermutungen über das Vorhandensein größerer Wasservorkommen auf dem Mars hatte es bereits seit längerem gegeben. Bisher war der Nachweis jedoch noch nicht gelungen. Das jetzt gefundene Wassereis beflügelt Theorien, wonach sich auf dem Mars möglicherweise einfache Lebensformen wie Mikroorganismen entwickelt haben könnten.

Die Entdeckung gelang mit Instrumenten, die den Marsboden bis zu einer Tiefe von einem Kilometer durchleuchteten. Die Wasservorkommen in dieser Tiefe seien ausgedehnte Eismassen, die eine Temperatur von minus 33 Grad Celsius hätten. Das Feld habe einen Durchmesser von 250 Kilometern.

Über die Entstehung der Wasserflächen wurde eine Theorie entwickelt, die einen Vulkanausbruch als Ursache der unter der Oberfläche vorhandenen Eisvorkommen postuliert. Der Planetenforscher Ralf Jaumann von der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt vermutet, dass durch vulkanische Aktivität Wassereis auf der Oberfläche geschmolzen und durch Gesteinsrisse in die Tiefe gesickert sein könnte. Weitere Eisvorkommen werden am Mars-Nordpol und in Äquatornähe vermutet.

Die neuen Forschungsergebnisse wurden am 30. November 2005 in der Zeitschrift „Science“ veröffentlicht.

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Quellen