Zunehmende Soziale Spaltung in deutschen Städten

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Veröffentlicht: 08:35, 25. Mai 2018 (CEST)
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In Hochhäusern in Hamburg-Steilshoop wohnen die Armen, die Reichen wohnen lieber in Blankenese an der Elbe.

Berlin (Deutschland), 25.05.2018 – Nach einer Studie des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung nimmt die soziale Spaltung in Städten weiter zu. Das bedeutet, dass Arme und Reiche immer seltener direkt nebeneinander, Tür an Tür, wohnen, sondern sich zunehmend in Armen- und Reichen-Stadtvierteln ballen. Diese zunehmende Trennung gilt für 80% der untersuchten 74 Städte. Schon ab Mitte der 1990er Jahre bis 2004 war diese auch Segregation genannte Entwicklung nach vergangenen Studien gestiegen. Die Entwicklung hat sich nach den Hartz-IV-Reformen des Jahres 2005 fortgesetzt.

Die höchsten Werte der Segregation ermittelten die Forscher für ostdeutsche Städte: Rostock, Schwerin und Potsdam stehen an der Spitze der Liste. Ausnahmen sind Dresden und Magdeburg, die eine relativ hohe Durchmischung von Armen und Reichen aufweisen. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist die besonders starke Ungleichverteilung in Städten mit vielen Personen und Familien, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB-II-Bezieher) erhalten. Trotz des Wirtschaftsaufschwungs der letzten Jahre gibt es in 36 der untersuchten 74 Städte Viertel, in denen mehr als 50% der Kinder SGB-II-Bezieher sind.

Neben der sozialen Segregation untersuchen die Forscher auch die ethnische Segregation , d. h. die Verteilung von Ausländern in deutschen Städten, bis zum Jahr 2014. Danach hat die Trennung von Personen mit deutschem oder ausländischem Pass abgenommen.

Dritter Untersuchungsgegenstand war die demographische Segregation, also die Trennung von Personen entsprechend ihrer Alterszugehörigkeit. Danach ballen sich die Jungen (15- bis 29-jährigen) und die Alten (über 65-Jährigen) zunehmend in entsprechenden Quartieren.

In einem zweiten Teil untersuchten die Forscher die Gründe für die zunehmende soziale Segregation. Danach haben Städte mit einem erhöhten Anteil an Familien mit kleinen Kindern, sowie einem erhöhten Anteil an SGB-II-Beziehern eine verstärkte Armen- und Reichen-Quartiersbildung. Ein überrachendes Ergebnis der Studie ist, dass sozialer Wohnungsbau zu höherer Armutssegregation führt. Sozialwohnungen werden offensichtlich dort gebaut, wo schon Arme leben. In begehrten Lagen, beispielsweise in Altbau-Vierteln, seien die Sozialwohnungen hingegen aus der Mietpreisbindung herausgefallen.

Die Autoren empfehlen, Neubauten in besseren Wohnlagen immer mit strengen Auflagen für eine Anteil an Sozialwohnungen zu versehen.


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Quellen[Bearbeiten]