UN: Heute gibt es mehr Ungleichheit auf der Welt als vor zehn Jahren

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Hauptsitz der UN in New York

New York (Vereinigte Staaten), 26.08.2005 – Der Weltsozialbericht 2005 des UN-Sekretariats für Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten (DESA) spricht davon, dass trotz beispiellosem Wirtschaftswachstum in einigen Ländern ein großer Teil der Menschen in einer „Ungleichheitsfalle“ stecke.

Der Bericht mit dem Titel „Die Ungleichheitsfalle“ wurde am Donnerstag von José Antonio Ocampo, einem Untergeneralsekretär der UN in New York vorgestellt. Der Bericht stellt fest, dass Wirtschaftswachstum zur Anhäufung des Reichtums Weniger und zur verstärkten Armut Vieler führen könne. Laut dem Bericht sei die wirtschaftliche Ungleichheit in der Welt heute größer als vor zehn Jahren. Der Bericht bezieht sich beim Thema Ungleichheit sowohl auf Disparitäten zwischen verschiedenen Regionen als auch innerhalb einzelner Länder. Antonio Ocampo hält den Erscheinungszeitpunkt des Berichts für optimal. 2015 sollen die so genannten Millenniumsziele zur Verringerung der Armut erreicht sein. Eines der Ziele besteht darin, dass bis zum Jahr 2015 der Anteil der Menschen, die mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen müssen, halbiert werden soll. Vor zehn Jahren fand in Kopenhagen der Weltgipfel für soziale Entwicklung statt. Antonio Ocampo hält den Bericht für wichtig, da er sowohl die Ungleichheit des Einkommens als auch des Zugangs zu grundlegenden Sozialleistungen und politischen Entscheidungen thematisiere.

Laut UN-Bericht werde die Globalisierung von Ungleichheit zwischen Ländern und innerhalb von Ländern begleitet. Die Arbeitslosigkeit, speziell die Jugendarbeitslosigkeit, ist hoch. Jugendliche sind laut UN-Bericht dreimal so oft von Arbeitslosigkeit betroffen als Erwachsene. 47 Prozent von weltweit insgesamt 186 Millionen Menschen ohne Arbeit, sind Jugendliche. Als Folge der hohen Jugendarbeitslosigkeit würden der informelle Sektor wachsen und die nationale Instabilität zunehmen. Der Bericht sieht in Ungleichheit eine Wurzel von Gewalt. Verstärkte wirtschaftliche und politische Ungleichheit gefährde den nationalen und internationalen Frieden.

Des Weiteren blieben Millionen Menschen trotz Arbeit arm. Beinahe ein Viertel der weltweiten Arbeiter verdiene laut Weltsozialbericht 2005 nicht genug um für sich und seine Familie mehr als einen US-Dollar am Tag zur Verfügung zu haben. Ein Problem bestehe in den wachsenden Unterschieden zwischen den Löhnen von qualifizierten und nicht oder gering qualifizierten Arbeitern. Diese Unterschiede seien besonders stark in Ländern wie Kanada, USA und Großbritannien ausgeprägt.

Der Bericht schließt mit Empfehlungen, wie diese Probleme eingedämmt werden könnten. So müsse die demokratische Teilhabe aller Länder an wichtigen Entscheidungsprozessen ausgebaut werden. Es müssten Anstrengungen unternommen werden um marginalisierte Gruppen in die Gesellschaft zu integrieren. Um Konflikte und Gewalt zu verringern, müsste deren Ursache, die Ungleichheit beim Zugang zu Ressourcen, bekämpft werden. Darüber hinaus fordert der Bericht Verbesserungen der Bedingungen für Menschen, die im informellen Sektor beschäftigt sind.

Quellen