Mutmaßlicher Mörder von Dennis festgenommen – zehn Jahre jagte die Polizei ein Phantom

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Veröffentlicht: 18:13, 15. Apr. 2011 (CEST)
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Zeltlager gehörten zu den bevorzugten Tatorten des Serienmörders
Fahndungsbild der Polizei im Fall Dennis

Verden (Deutschland), 15.04.2011 – Vor fast zehn Jahren verschwand der neunjährige Dennis aus Osterholz-Scharmbeck aus einem Schullandheim in Wulsbüttel im Kreis Cuxhaven. Am 20. September, fünfzehn Tage nach seinem Verschwinden, wurde seine Leiche im Wald von Pilzsammlern aufgefunden. Die Todesursache war Ersticken. Nach einem Hinweis gelang es der Soko „Dennis“ jetzt, den mutmaßlichen Mörder zu verhaften. Der Mann steht im Verdacht ein Serienmörder[1] zu sein. Weitere Morde soll er in den Jahren 1992 und 2004 in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden begangen haben. 40 Mal soll er Kinder in Schullandheimen, Zeltlagern und Einfamilienhäusern in Norddeutschland missbraucht haben.

Umfangreiche Ermittlungen[2] hatte die Polizei in den vielen Jahren durchgeführt. Der SoKo-Leiter Martin Erftenbeck: „Es gibt Fälle die man nie zu den Akten legt“. Profiler aus Bayern versuchten den Täter greifbar zu machen. Ihr Täterprofil: Deutscher ohne Dialekt, groß und stämmig, Brillenträger, sozial angepasst mit guter Ortskenntnis in Bremen und Umgebung, der vermutlich auch im Urlaub mordet.

2011 war die Polizei wieder mit dem Fall an die Öffentlichkeit gegangen, nachdem sich 2010 ein Zeuge gemeldet hatte[3], der Dennis Anfang Dezember 2001 in einem hellen Personenwagen, Opel-Omega, gesehen hatte. Der Zeuge hatte sich gemeldet, weil er eine Dokumentation über den Fall angeschaut hatte und seine Feststellung in Zusammenhang mit dem Geschehen brachte. Der entscheidende Hinweis sei von einem Opfer gekommen. Dieses erinnerte sich, dass einer der Betreuer auf einer Ferienfreizeit auffällig nach seiner Wohnsituation gefragt hatte. Später soll der damals 10-jährige Junge in seinem Wohnhaus in Bremen missbraucht worden sein. Nach Ausstrahlung einer Dokumentation teilte er seine Erinnerung den Ermittlern mit.

Der mutmaßliche Täter soll weitere Sexualmorde begangen haben:

31. März 1992: Der 13-jährige Stefan aus Hamburg verschwindet aus einem Internat in Scheeßel (Niedersachsen). Im Mai wird seine Leiche im Dünengebiet bei Neumühlen aufgefunden.

Am 24. Juli 1995 wird der achtjährige Dennis R. aus einem Zeltlager in Selker Noor in Schleswig-Holstein vermisst. Zwei Wochen später wird er tot bei Skive in Dänemark aufgefunden.

1998 in einem Zeltlager bei Brunssum in den Niederlanden: Der elf Jahre alte Nicky V. ist verschwunden. Einen Tag später wurde die Leiche des Jungen in der Nähe aufgefunden.

Am 15. April gab der Sprecher der Sonderkommission, Jürgen Menzel die Festnahme bekannt: „Wir haben einen Haftbefehl wegen mehrfachen Mordes“. Heute Mittag gab die Polizei weitere Einzelheiten in einer Pressekonferenz bekannt. Danach soll der Täter ein 40-jähriger gebürtiger Bremer und ehemaliger Lehramtsstudent sein. Drei Morde sowie dutzende Missbrauchsfälle habe er bereits eingeräumt. Zuletzt soll er in Hamburg gewohnt haben, wo seine Wohnung durchsucht worden war. Er sei im Jahr 2005 wegen eines Sexualdelikts und versuchter räuberischer Erpressung bereits in Erscheinung getreten.

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Quellen

Fußnoten

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Serienm%C3%B6rdern Weltweite Liste von Serienmördern
  2. http://www.youtube.com/watch?v=lpwO-thECTs
  3. http://www.youtube.com/watch?v=aPmmhgZO_5A