Multiple Sklerose: Väter vererben sie häufiger als Mütter

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Artikelstatus: Fertig 18:43, 26. Jul. 2006 (CEST)
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Hauptgebäude der Mayo-Klinik in Rochester, Minnesota

Rochester (Minnesota) (Vereinigte Staaten), 26.07.2006 – Multiple Sklerose (MS) wird von betroffenen Vätern häufiger auf die Kinder vererbt als von betroffenen Müttern. Das geht aus einer Studie einer Gruppe von Wissenschaftlern aus den USA und Kanada hervor, die am 25. Juli 2006 unter Federführung von O.H. Kantarci von der Mayo-Klinik in Rochester, Minnesota, in der Zeitschrift „Neurology“ veröffentlicht wurde.

Untersucht wurden in der Studie 441 Kinder, deren Väter oder Mütter an MS erkrankt waren. Von den Kindern waren 45 selbst erkrankt. Während die Väter in 18 von 117 Fällen die Krankheit übertragen hatten – das ergibt einen Anteil von 15,38 Prozent –, wurde die Krankheit von den Müttern in 27 von 323 Fällen vererbt, was nur 8,36 Prozent der Fälle ausmacht.

Dr. William Worrall Mayo, Gründer der Mayo-Klinik

MS ist eine Krankheit, bei der Nerven zwischen Gehirn und Rückenmark durch das körpereigene Immunsystem zerstört werden. In der Folge kommt es zu Lähmungen, Sprach- und Sehstörungen sowie Bewegungsproblemen. Obwohl MS keine klassische Erbkrankheit ist, gehen die Forscher jedoch davon aus, dass eine Kombination aus genetischen und äußeren Faktoren die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung erhöht. Auch sind vermutlich mehrere Gene (in einer komplexen Wechselwirkung) an der Entstehung der Krankheit beteiligt.

Wie bereits gesagt, sind die genauen Ursachen, die zu einer Erkrankung führen, noch nicht geklärt. Allerdings sind Frauen ungefähr doppelt so häufig betroffen wie Männer. Und genau das könnte auch der Grund dafür zu sein, weshalb Väter die Krankheit eher an ihre Kinder vererben als Mütter. Die Forscher vermuten, dass bei den Männern, die tatsächlich erkranken, die Anzahl der genetischen Faktoren, die zum Krankheitsausbruch beitragen, höher ist als bei erkrankten Frauen. Dadurch sei auch die Wahrscheinlichkeit für die Kinder von MS-kranken Vätern, selbst an MS zu erkranken, erhöht. In der Medizin wird das als „Carter-Effekt“ bezeichnet.

Quellen