Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2006: Spitzenkandidaten scheinen festzustehen

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Magdeburg (Deutschland), 15.06.2005 - Nach einer gemeinsamen Sitzung des CDU-Landesvorstands mit den Kreisvorsitzenden der Partei hat der Landesvorsitzende Thomas Webel von einem Konsens über eine weitere Spitzenkandidatur des Ministerpräsidenten Wolfgang Böhmer bei den 2006 anstehenden Landtagswahlen gesprochen. Es sei Böhmers Verdienst, die Wahrnehmung Sachsen-Anhalts „vom Land mit dem Verliererimage und der roten Laterne bei den Arbeitslosenzahlen bis hin zu einer Region des wirtschaftlichen Wachstums“ verändert zu haben.

Für die beiden anderen großen Parteien im sachsen-anhaltischen Parteiensystem treten die als befreundet geltenden Politiker Jens Bullerjahn (SPD) und Wulf Gallert (PDS) an. Während Bullerjahn bereits formell nominiert worden ist, steht die Nominierung Gallerts noch auf einem Landesparteitag an diesem Wochenende an; sie gilt als sicher. Bullerjahn und Gallert haben in der vergangenen Legislaturperiode, als eine SPD-Minderheitsregierung mit „Tolerierung“ durch die PDS-Landtagsabgeordneten an der Macht war, gemeinsam das „Tolerierungs“-Management betrieben.

Am 26. November 2005 wurde Inés Brock zur Spitzenkandidatin von Bündnis90/Die Grünen gewählt. In ihrer Rede auf dem Landesparteitag nahm sich Brock unter Anderem die anderen Parteien und ihre Spitzenkandidaten vor: „Jens Bullerjahn von der SPD verbrüdert sich mit dem jetzigen CDU-Ministerpräsidenten und kokettiert gleichzeitig mit der PDS. Wulf Gallert von der PDS spielt sich als sozialer Gralshüter auf, ohne wirkliche Problemlösungsangebote zu machen. Böhmer gefällt sich in seiner autokratischen Dickfelligkeit und übergeht seine Minister, wann es ihm passt. Und da ist auch noch der Professor aus Kiel, jetzt Magdeburg, der vergeblich versucht, den Haushalt zu sanieren und dabei neue Schulden anhäuft.“ Sachsen-Anhalt habe Besseres verdient. Brock: „Aufgepasst meine Herren, jetzt kommen wir Grünen, die schon Tradition darin haben, Parlamente zu verweiblichen, und die frisch und kraftvoll sind.“

In der vorletzten Legislaturperiode bestand bereits eine Minderheitsregierung mit Tolerierung durch die PDS, damals als rot-grüne Koalition. Gegenwärtig regiert die CDU in einer Koalition mit der FDP.

Quellen