Bayer-Monsanto verliert erneut Glyphosat-Prozess

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San Francisco (Vereinigte Staaten), 24.05.2019 – Der zu Bayer gehörige Konzern Monsanto hat in einem Prozess gegen Edwin Hardeman verloren. Hardeman ist an Lymphdrüsenkrebs erkrankt und hat Monsanto dafür verantwortlich gemacht, dass der Konzern ein gefährliches Produkt verkauft ohne auf dessen mögliche schädliche Wirkung hinzuweisen. Die Jury gab dem Konzern eine Mitschuld an der Erkrankung des Klägers. Das Pflanzenschutzmittel Glyphosat ist hochumstritten, denn es ist noch weitgehend unklar, ob es Krebserkrankungen hervorrufen kann. Mit dem Urteil setzt das Gericht ein Zeichen für andere Kläger, die den Konzern verklagt haben.

Monsanto wurde schon einmal verurteilt, Schadenersatz zu zahlen: ein kalifornischer Hausmeister hatte ebenfalls wegen seiner Krebserkrankung geklagt und Recht bekommen, wogegen Monsanto in Berufung gegangen ist.

Ein Gericht im kalifornischen Oakland sprach am Montagabend zwei ehemaligen Monsanto-Kunden, die an Krebs erkrankt sind, Schadenersatzzahlungen in Höhe von insgesamt mehr als zwei Milliarden Dollar zu. Die Aktien von Bayer fielen am Dienstagmorgen um mehr als drei Prozent.

Geklagt hatte das Ehepaar Alva und Alberta Pilliod. Das Rentnerpaar hatte nach eigenem Bekunden 35 Jahre lang den Unkrautvernichter Roundup auf seinem Grundstück in der Nähe von San Francisco verwendet, der den umstrittenen Wirkstoff Glyphosat enthält. Beide Partner waren vor einigen Jahren jeweils an einer Form von Lymphkrebs (Non-Hodgkin-Lymphom) erkrankt.

Das Urteil ist allein in den USA schon das dritte, bei dem ein Gericht einen direkten Zusammenhang zwischen der Krebserkrankung eines Klägers und der Verwendung von Roundup hergestellt hat. In den beiden vorangegangenen Fällen hatten die Geschädigten Schadenersatz- und Wiedergutmachungszahlungen in Höhe von jeweils rund 80 Millionen US-Dollar zugesprochen bekommen. Es handelte sich dabei um einen richtungsweisenden Bellwether Case: Damit ist im US-Recht eine Art Musterfall in einem Massenverfahren gemeint. Mehrere dieser repräsentativen Fälle sind angesetzt. Sie sollen den Streitparteien helfen, das Ausmaß von Schäden und die Höhe denkbarer Vergleichszahlungen besser abschätzen zu können.

Mit ihrem jetzigen Beschluss stoßen die Geschworenen des Gerichts in Oakland noch einmal in eine neue Dimension vor. Zwar sind alle Urteile noch nicht rechtskräftig, zudem werden in den USA hohe Wiedergutmachungssummen in späteren Berufungsverfahren oft wieder deutlich reduziert. Dennoch deutet sich bereits an, dass die Kosten für Bayer am Ende über jenen etwa fünf Milliarden Dollar liegen könnten, mit denen Experten bisher gerechnet hatten. Allein in den USA sind noch weitere rund 13 400 Klagen anhängig. Bayer geht gegen das Verfahren von Dewayne Johnson in Berufung, wie das Tochterunternehmen Monsanto mitteilte.

Bayer sieht keine Gefahr in Glyphosat; Nach Meinung der Organisationen Environmental Protection Agency (EPA) und der Europäische Chemikalinenagentur, solle von Glyphosat keine Gefahr ausgehen. Die Einschätzung der WHO ist unterdessen "wahrscheinlich krebserregend".


Der Chemieriese zeigte sich enttäuscht und ist der Meinung dass sie nicht für die Erkrankungen verantwortlich gemacht werden sollte. Die umstrittene Firma soll darüber hinaus ruppig mit Kunden und Kritikern umgesprungen sein: Erst am vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass Monsanto 2016 in | - und womöglich auch anderswo - geheime Listen mit Unterstützern und Gegnern hatte anlegen lassen. Nach übereinstimmenden Berichten französischer Zeitungen sammelten PR-Agenturen im Auftrag des Unternehmens Informationen über zuletzt rund 200 Wissenschaftler, Politiker und Journalisten sowie deren Haltung zu Glyphosat und zur Gentechnik. Bayer musste sich daraufhin am Sonntag öffentlich entschuldigen. Zudem beauftragte der Konzern eine Anwaltskanzlei mit einer genaueren Untersuchung der Vorwürfe.



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