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„Neptunbälle“: Seegras sammelt Plastikmüll

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Veröffentlicht: --19:23, 8. Sep. 2025 (CEST)
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„Neptunbälle“: Seegras sammelt Plastikmüll
Eine Studie der Universität Barcelona zeigt, wie die Natur auf die Verschmutzung der Meere reagiert


Angespülte Neptunbälle am Strand. In ihrem faserigen Inneren finden sich oft hohe Konzentrationen von Mikroplastik.

Barcelona (Spanien), 08.09.2025 Eine Studie von Forschern der Universität Barcelona hat ergeben, dass sogenannte „Neptunbälle“, runde Gebilde aus Seegrasfasern, eine bedeutende Rolle beim Sammeln und Entfernen von Plastikmüll aus dem Mittelmeer spielen. Die Ergebnisse zeigen, dass diese aus abgefallenen Pflanzenblättern entstehenden Bälle Mikroplastik vom Meeresboden aufnehmen und es anschließend an die Strände spülen, was die Forscher als eine Art „Rückgabe des Mülls durch das Meer“ bezeichnen.

Die Untersuchung, geleitet von der Meeresbiologin Anna Sanchez-Vidal, konzentrierte sich auf die Seegrasart Posidonia oceanica, die im Mittelmeer ausgedehnte Unterwasserwiesen bildet. Diese Wiesen wirken als natürliche Filter, indem sie die Wasserströmung verlangsamen und Partikel, einschließlich Mikroplastik, am Meeresboden auffangen. Wenn die Seegraspflanzen im Herbst ihre Blätter abwerfen, werden die faserigen Überreste durch die Wellenbewegung zu dichten Kugeln geformt.

Für ihre Studie sammelte das Team in den Jahren 2018 und 2019 an vier Stränden auf Mallorca angespülte Seegrasproben. Die Analyse ergab, dass in der Hälfte der losen Seegrasblätter Plastikpartikel nachweisbar waren, mit einer Konzentration von bis zu 600 Fragmenten pro Kilogramm. In den festeren Neptunbällen war die Konzentration deutlich höher: Obwohl nur 17 % der Bälle Plastik enthielten, belief sich die Menge auf fast 1.500 Plastikteile pro Kilogramm. Die Forscher schätzen, dass die Seegraswiesen im Mittelmeer auf diese Weise jährlich bis zu 900 Millionen Plastikfragmente aus dem Wasser filtern könnten.

Sanchez-Vidal betonte jedoch, dass dieser natürliche Prozess keine Lösung für das globale Plastikproblem darstellt. „Wir haben das nie als (…) einen Weg gesehen, den Müll aus dem Meer zu entfernen“, sagte sie. Die eigentliche Lösung müsse an der Quelle ansetzen, nämlich bei der Reduzierung der Plastikproduktion.

Zudem warnte die Forscherin davor, die angespülten Neptunbälle von den Stränden zu entfernen. „Die Bälle bringen Feuchtigkeit und Nährstoffe an den Strand. Wenn wir sie wegwerfen, stören wir das Ökosystem am Strand“, erklärte Sanchez-Vidal. Die Studie unterstreicht die Wichtigkeit der Seegraswiesen, die nicht nur als Plastikfilter dienen, sondern auch den Kohlenstoffdioxid-Gehalt im Wasser reduzieren, die Küsten schützen und als Lebensraum für zahlreiche Meereslebewesen fungieren. Weltweit sind diese wertvollen Ökosysteme jedoch durch menschliche Einflüsse wie Küstenentwicklung und Umweltverschmutzung stark bedroht.

(1rrmn)


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Quellen

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