Schufa will Daten aus sozialen Netzwerken auswerten

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Veröffentlicht: 18:51, 8. Jun. 2012 (CEST)
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Potsdam (Deutschland), 08.06.2012 – Im Rahmen eines Forschungsprojektes unter dem Titel „SCHUFALab@HPI“ will die Auskunftei Schufa zusammen mit dem Hasso-Plattner-Institut in Potsdam Daten aus Netzwerken sammeln. Das Institut ist eine weitgehend privat finanzierte Einrichtung des SAP-Gründers Hasso Plattner. Recherchen des Norddeutschen Rundfunks haben ergeben, dass die Profile von Nutzern bei Facebook, Xing und anderen sozialen Netzwerken gezielt ausgewertet werden sollen. Dazu müssten die Mitarbeiter des Projektes jeweils ein eigenes Profil anlegen und einzelne Personen gezielt anschreiben, um als „Kontakt“ bzw. „Freund“ aufgenommen zu werden.

Politiker und Datenschützer sind alarmiert. Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger erklärte gegenüber Spiegel online: „Es darf nicht sein, dass Facebook-Freunde und Vorlieben dazu führen, dass man zum Beispiel keinen Handy-Vertrag abschließen kann.“ Mitarbeiter der Schufa, die vereinzelt bei Xing angemeldet sind, zeigten sich überrascht und erklärten, sie seien nicht informiert worden, sondern hätten auch erst aus den Medien von dem Forschungsvorhaben erfahren. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshof vom 19. September 1985 dürfen jedoch Kundendaten nur dann an die Schufa übermittelt werden, wenn der Betroffene damit einverstanden ist. Hierfür verlangen Banken und Sparkassen in der Regel eine Unterschrift bei der Kontoeröffnung.

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Quellen[Bearbeiten]