Polen: Atomkraftwerk an der Ostseeküste geplant

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Veröffentlicht: 12:37, 7. Sep. 2012 (CEST)
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Bauruine des polnischen Kernkraftwerks Żarnowiec von 1990

Warschau (Polen), 07.09.2012 – Angesichts des Wachstums der polnischen Industrie und des zunehmenden Bedarfs an elektrischer Energie plant die Regierung in Warschau ein Atomkraftwerk an der Ostseeküste. In etwa zehn Jahren soll das Kraftwerk elektrischen Strom liefern und auch die Abhängigkeit vom Energielieferanten Russland verringern. Umweltschützer melden bereits Bedenken an, Hotel- und Restaurantbesitzer fürchten einen Rückgang der Besucherzahlen beim Tourismus.

Polen hat die größten bekannten Kohlevorräte in der EU und deckte im Jahre 2008 rund 90 % seines Energiebedarfs mit diesem fossilen Brennstoff. Ein Projekt zum Bau eines Kernkraftwerks an der Ostseeküste 50 km nordwestlich von Danzig war 1972 von der polnischen Regierung gestartet worden, nach der Katastrophe von Tschernobyl 1986 und der politischen Wende 1989 jedoch 1990 endgültig aufgegeben. Der Standort ist aber weiterhin Teil des Atomprogramms, das im März diesen Jahres mit 404 gegen 2 Stimmen vom Parlament in Warschau beschlossen wurde. Ursprünglich war eine Ausschreibung für Mitte 2012 vorgesehen. Doch als offensichtlich wurde, dass auch Finanzierung und die Beteiligung strategischer Partner dabei zu berücksichtigen waren, verschob der staatliche Energiekonzern die Ausschreibung, um den traditionellen Leistungskatalog für das Kraftwerk zu erweitern. Die Planungen für ein Kernkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 3000 MW werden voraussichtlich im Jahre 2013 abgeschlossen sein, der Betriebsbeginn ist für das Jahr 2024 vorgesehen, die Kosten betragen schätzungsweise 10 Milliarden Euro.

Gegenwärtig betreibt Polen nur einen Forschungsreaktor mit einer thermischen Leistung von 30 MW, der allerdings bisher nur mit 20 MW gefahren wird. Das Atomprogramm sieht den Bau von insgesamt 27 Kernkraftwerken vor, um so langfristig den Energiebedarf des Landes zu decken.

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Quellen[Bearbeiten]