Kurz vor den US-Wahlen: Obama behält seinen merklichen Vorsprung in den meisten Umfragen

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Veröffentlicht: 18:46, 3. Nov. 2008 (CET)
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Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 03.11.2008 – Gestern, zwei Tage vor den Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten, räumten die meisten Umfragen dem demokratischem Kandidaten Barack Obama einen relativ hohen Vorsprung vor seinem Rivalen John McCain von den Republikanern ein.

Obama (Archiv)

Eine Umfrage von Reuters, Zogby und C-SPAN etwa sieht Obama bei 50 Prozent der Stimmen und damit sechs Prozentpunkte vor McCain, der auf 44 Prozent kommt. Auch zahlreiche ähnliche, in den letzten Tagen veröffentlichte Umfragen, die durch RealClearPolitics.com ausgewertet wurden, sehen Obama mit fünf bis 13 Prozentpunkten vorne. Besonders schmerzhaft für McCain und seine Kampagne könnte dabei sein, dass sich der Vorsprung Obamas auch auf die meisten der sogenannten „Swing States“ bezieht. Die Swing States sind jene US-Bundesstaaten, die nicht traditionell auf eine der beiden Parteien „abonniert“ sind und die daher von wahlentscheidener Bedeutung sein können. So liegt Obama derzeit in fünf dieser Staaten (unter anderem Virginia und North Carolina) vorne, während McCain nur in zwei von ihnen führt (West Virginia und Indiana). Allerdings liegen die Kandidaten in den genannten Staaten in der öffentlichen Meinung noch relativ eng beieinander.

McCain (Archiv)

Aus diesem Grund dürfte auch bei beiden Kandidaten eine Konzentration des Wahlkampfes auf diese umkämpften Staaten zu beobachten sein. Auf einer solchen Wahlveranstaltung warnte Obama auch davor, aufgrund der überzeugenden Umfrageergebnisse nachzulassen, denn dafür stehe „zuviel auf dem Spiel“. Zu McCains Rolle als Außenseiter hatte auch ein 30-minütiger Werbespot beigetragen, den Obama vor wenigen Tagen zur Hauptsendezeit bei wichtigen US-Sendern platzierte, was Kosten von mehr als 3 Millionen US-Dollar verursachte. Da Obama jedoch in der Gunst der Spender wesentlich höher steht als John McCain und insgesamt mehr als 780 Millionen US-Dollar Spenden sammeln konnte (mehr als doppelt so viel wie McCain), dürfte dies jedoch kein finanzielles Hindernis für Obamas Kampagne gewesen sein.

Auf diese anscheinend überlegende Position Obamas reagierte McCain selbstironisch in der Comedy-Sendung „Saturday Night Live“, in der er auftrat. Er sagte dort, er sei „ein wahrer Maverick, ein Republikaner ohne Geld.

Für Aufsehen sorgte ebenfalls, dass sich der derzeit noch amtierende US-Vizepräsident Dick Cheney öffentlich für seinen Parteifreund McCain aussprach. Ein solches „endorsement“ soll dem empfohlenen Kandidaten eigentlich nützen, läuft aber Beobachtern zu Folge McCains Absicht zuwider, sich möglichst von der Regierung Bush/Cheney zu distanzieren. In der Konsequenz veröffentlichte Obamas Kampagne nur kurze Zeit darauf einen Werbespot, der genau auf diese Wahlempfehlung eingeht und sie gegen McCain auslegt.

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Quellen