Kairo und Benghasi: US-Botschaft durch Islamisten gestürmt - Vier Botschaftsangehörige getötet

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Veröffentlicht: 21:04, 12. Sep. 2012 (CEST)
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Der getötete Botschafter Christopher Stevens

Bengasi (Libyen) / Kairo (Ägypten), 12.09.2012 – Ein islamkritischer Filmtrailer löste Angriffe auf die US-Botschaften in Kairo und im libyschen Benghasi aus. In Bengasi wurde der Wagen des Botschafters beim Verlassen des Gebäudes mit Panzerabwehrwaffen und Sturmgewehren angegriffen. So wurde der Versuch der Diplomaten sich in Sicherheit zu bringen vereitelt.

Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Libyen, Christopher Stevens und drei seiner Mitarbeiter wurden von den Islamisten getötet. Steven hatte sich zu einem Besuch in der Stadt Benghasi aufgehalten. Die Namen von zwei weiteren Opfern wurden noch nicht bekannt gegeben, da ihre Angehörigen noch nicht informiert waren. Bei dem weiteren Toten handelt es sich um den Informatiker Sean Smith. Zur Evakuierung der Botschaft hatte man sich entschlossen, nachdem sie von Islamisten beschossen und in Brand gesetzt wurde. Medien berichteten, dass die US-Regierung 200 Soldaten des United States Marine Corps nach Libyen zum Schutz von Diplomaten entsandt hat. Weitere Anschläge, auch in anderen Staaten wie Algerien und Tunesien, werden befürchtet. US-Außenministerin Hillary Clinton äußerte sich besorgt, sie befürchtet ebenfalls, dass die Proteste auf andere Länder übergreifen könnten.

Der Präsident der libyschen Nationalversammlung Mohammed Magarief sagte in einer Erklärung: „Wir entschuldigen uns bei den USA, dem Volk und bei der ganzen Welt für das, was geschehen ist“.

Der Titel des Filmes, der die Übergriffe auslöste, lautet „Innocence of Muslims“ („Unschuld der Muslime“). Die Ausschnitte daraus waren auf YouTube veröffentlichten worden. Der Prophet wird in dem Streifen als Trottel und Weiberheld dargestellt. Im Islam ist die Darstellung des Propheten Mohammed verboten. Der Film ist mit einfachen Mitteln hergestellt. Produzent und Regisseur Sam Bacile ist untergetaucht. Bacile gibt an, israelischer Jude zu sein und Geld mit Immobiliengeschäften zu verdienen. Zum Film sagte er, dieser würde zeigen, wie koptische Christen in Ägypten unterdrückt würden.

In Kairo rissen Islamisten die US-Flagge vom Gebäude der Botschaft. An die Wand sprühten sie „11. September“, das Datum der Anschläge auf den World Trade Center, für die Osama bin Laden verantwortlich gemacht wird.

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